"Schändliche Beispiele von Misshandlung"
Anhörung zu Tod irakischer Zivilisten

Die Angehörigen von sechs toten Irakern haben am Mittwoch beim höchsten Gericht in London eine Klage gegen britische Soldaten eingereicht.

HB LONDON. Ein ehemaliger Mitgefangener hat am Mittwoch vor dem Obersten Gerichtshof in London bei einer Anhörung auf Antrag mehrerer irakischer Familien den Vorwurf erhoben, dass britische Soldaten einen Gefangenen in einem Lager im Südirak zu Tode geprügelt haben sollen. Die irakischen Familien wollen vor dem Gericht eine unabhängige Untersuchung zum Tod von sechs ihrer Angehörigen in dem von britischen Truppen besetzten Teil ihres Landes erzwingen.

Der Hotelangestellte Kifah Taha el Mutari beschrieb zu Beginn der mehrtägigen Anhörung, wie er und andere Mitgefangene in einem britischen Militärlager bei Basra systematisch misshandelt worden seien. Soldaten hätten sie abwechselnd brutal getreten sowie auf den Hals und die Genitalien geschlagen. Er habe den 26-jährigen Baha Mousa in einem Nachbarraum durch die Wand stöhnen hören: „Ich sterbe, Blut, Blut.“ Kurz darauf sei Mousa an den Verletzungen gestorben.

Die Anwälte der irakischen Familien machen geltend, dass die britische Gesetzgebung wegen der Besatzung zum Zeitpunkt der Taten auch im Irak gegolten habe. Sollten die Richter dieser Ansicht folgen, müssten die betroffenen Soldaten mit Strafverfolgung rechnen. Auf die Regierung kämen Schadenersatzforderungen zu.

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