Schäuble warnt:
"EZB kann nicht Aufgaben der Politik übernehmen"

Bundesfinanzminister Schäuble sieht Europa bei Krisenlösung auf gutem Wege. Lob gab es für Spanien und Italien. Der Europäischen Zentralbank (EZB) riet Schäuble sich sich nicht kalkulierbar zu machen.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Europäische Zentralbank eindringlich gewarnt, ihre Geldpolitik zu stark in den Dienst der Politik zu stellen. "Ich rate der EZB, ihre Entscheidungen in Unabhängigkeit zu treffen, aber sie auch nicht kalkulierbar zu machen", sagte Schäuble am Donnerstag auf einer Veranstaltung der Europäischen Volkspartei in Berlin. Wenn eine Zentralbank zu konkrete Regeln aufstelle, lade sie andere dazu ein, sie zu instrumentalisieren. Schäuble warnte in diesem Zusammenhang auch vor der Vorstellung, die Geldpolitik könne zur Krisenbekämpfung das leisten, was eigentlich die Politik tun müsse. "Das kann sie nicht", betonte er. Es sei daher klug gewesen, die Geldpolitik in Europa nicht in die Verantwortung der Politik zu geben, und das müsse so bleiben.


Der Minister hält nach eigenen Worten eine sehr expansive Geldpolitik wie die der US-Notenbank Fed für kein Modell für Europa. "Ich glaube immer noch nicht, dass das amerikanische Modell, das Verständnis von Geldpolitik, ein Modell ist, dass wir erfolgreich auf Europa übertragen können", sagte er. Das Betätigen der Notenpresse helfe aus den Problemen nicht heraus. Europa sei zudem nicht in der Lage, sich aus jeder Schuldenkrise letztlich mit stärkerem Wachstum herausarbeiten zu können. "Das werden wir in Europa nicht erfüllen können", sagte er. Dagegen spreche schon die demografische Entwicklung. "Deswegen glaube ich, dass für Europa ein etwas traditionelleres Verständnis von Geldpolitik vielleicht das angemessenere ist für nachhaltige Stabilität, für nachhaltiges Wachstum", folgerte der Minister.

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Schäuble lobt Fortschritte in Spanien und Italien

Kommentare zu " Schäuble warnt:: "EZB kann nicht Aufgaben der Politik übernehmen""

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  • @Rechner
    Ich verstehe, das sie ihren vermuteten Dienstherren verteidigen. Ich kann meine Meinung nicht beweisen, deshalb ist es auch nur meine Meinung. Kritik und Gegenbeweise sind deshalb immer willkommen. ;) Aber sie können den WSJ Artikel auch nicht wirklich debunken oder?

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    "Dieses Stück Sensationsjournalismus aus dem Springer-Verlag belegt Ihre Verschwörungstheorie ebensowenig."

    Nun Belege sind immer schwierig, aber das wissen sie ja. Ich vertraue unserer Regierung mittlerweile absolut null, da sie gegen die natürlichen Interessen der Deutschen arbeiten.

    Schäuble will seine "neue internationale Governance" einführen, da er die Nationalstaaten für überholt hält. Ich halte seine "neue Governance" für Diktatur und die Nationalstaaten für die natürliche Ausprägung des Volkswillens.

    Den Nationalstaaten kann man jedenfalls den 1. WK nicht zur Last legen, der war eindeutig noch von den europäischen Aristokraten initiert.

    Zum Schäuble Machiavelli siehe auch:
    http://www.youtube.com/watch?v=7DxNYSYAXCw
    http://www.youtube.com/watch?v=iKd4lpNR3os

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    "Eine Erklärung dafür, wie das durch die "bösen" Draghi, Merkel und Schäuble abgeblich erzwungen wurde bleiben Sie schuldig."

    Was heist erzwungen, sie haben sich auf den Deal geeinigt: "Der Euro wird gerettet, koste es (die Deutschen) was es wolle."

    Das hatte Merkel schon vor Draghis "the euro is irreversable" in Madrid und Rom verkündet.

    Dazu kann man nur sagen, nichts ist "irreversable" außer der Tod. Der ewige Juncker-Euro hat jedenfalls mächtige Schwindsucht zur Zeit.

  • Dieses Stück Sensationsjournalismus aus dem Springer-Verlag belegt Ihre Verschwörungstheorie ebensowenig.

    Fakt bleibt - Weidmann ist er einzige Notenbankpräsident in der Eurozone der gegen den Draghi-Plan gestimmt hat.

    Eine Erklärung dafür, wie das durch die "bösen" Draghi, Merkel und Schäuble abgeblich erzwungen wurde bleiben Sie schuldig.

  • @Rechner
    http://www.welt.de/wall-street-journal/article109619521/Wie-EZB-Chef-Draghi-die-Bundesbank-ausschaltete.html

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