„Schande, Schande über Amerika“
US-Senatoren wollen „Versagen“ untersuchen

US-Kongressmitglieder beider Parteien haben die Reaktion der Bundesbehörden auf die Hurrikan-Katastrophe in scharfer Form kritisiert und eine Untersuchung der Ursachen angekündigt.

HB WASHINGTON. Bereits in der kommenden Woche sollen die Ermittlungen beginnen, kündigten die Senatoren Susan Collins (Republikaner) und Joseph Lieberman am Freitag (Ortszeit) in Washington an. „Wir fordern Antworten auf die Frage, wie es zu dem immensen Versagen gekommen ist“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Politiker. Es sei zunehmend klar, „dass ernste Mängel bei der Vorbereitung und Reaktion die Hilfsmaßnahmen zu einem kritischen Zeitpunkt beeinträchtigt haben“.

Auch Bill Frist, der Führer der republikanischen Mehrheit im Senat und Freund von Präsident George W. Bush, schloss sich der Forderung nach einer Untersuchung an. Harte Kritik kam auch von Abgeordneten beider Seiten. „Schande, Schande über Amerika“, sagte die Demokratin Diane Watson. Der republikanische Parlamentarier Jim McCrery aus Louisiana äußerte seine „Frustration angesichts der Bürokratie, die es so schwer macht, den Menschen Hilfe zu bringen“.

Mehrere schwarze Kongressabgeordnete hatten der US-Regierung bereits am Freitag vorgeworfen, viel zu langsam auf die HURRIKAN- Katastrophe reagiert zu haben. Sie lasteten ihr außerdem mehr oder weniger deutlich an, dass die Schwarzen, die hauptsächlich von dem Unglück betroffen sind, wie Menschen zweiter Klasse behandelt würden. Es treffe nicht zu, dass die Regierung so schnell wie möglich handele, wie sie selbst es immer wieder behaupte, sagte der Parlamentarier Elijah Cummings in Washington. „Wir können es nicht zulassen, dass eines Tages gesagt wird: Der Unterschied zwischen jenen, die den Sturm überlebten und denen, die starben, lag in nichts anderem als in der Armut, im Alter oder der Hautfarbe.“

Der Abgeordnete Jesse Jackson Jr. erklärte, er sei empört über die bisherige Reaktion der US-Regierung und wies in diesem Zusammenhang ebenfalls darauf hin, dass die meisten betroffenen Schwarze seien.

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