Schanghai-Gipfel
Iran strebt in Russlands Energie-Club

Präsident Ahmadinedschad wirbt auf dem Schanghai-Gipfel um Partner in Asien und bietet China mehr Öllieferungen an. Eine engere Energie-Kooperation „kann die SCO in eine starke, wirtschaftlich einflussreiche Gemeinschaft für Politik und Handel verändern“, sagte Ahmadinedschad.

PEKING. Iran möchte China und Russland für eine Wirtschaftsgemeinschaft gewinnen. Bei der eintägigen Konferenz der Shanghai Cooperation Organization (SCO) hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Donnerstag den SOC-Staaten ein Treffen der Energieminister in Teheran angeboten. Eine engere Energie-Kooperation „kann die SCO in eine starke, wirtschaftlich einflussreiche Gemeinschaft für Politik und Handel verändern“, sagte Ahmadinedschad.

Zuvor hatte bereits Russlands Präsident Wladimir Putin einen neuen „Energie-Club“ der SOC-Gruppe gefordert, zu der Iran bislang jedoch nicht gehört. Das Land hat wie die weiteren Beitrittskandidaten Indien, Mongolei und Pakistan lediglich Beobachterstatus.

Die Schanghaier Gemeinschaft, die bei dem Treffen in der chinesischen Finanzmetropole ihr fünfjähriges Bestehen feierte, beriet offiziell über eine engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen und unterzeichnete auch einige Wirtschaftsabkommen. Mit Blick auf den schwelenden iranischen Atomstreit war die im chinesischen Fernsehen übertragene Rede Ahmadinedschads jedoch mit großer Spannung erwartet worden. Ahmadinedschad ging auf die Auseinandersetzung mit der internationalen Gemeinschaft aber nicht genauer ein.

Auch der russische Präsident und sein chinesischer Kollege Hu Jintao sprachen das iranische Atomprogramm öffentlich nicht an. Beide Politiker ließen aber wissen, dass sie darüber unter vier Augen mit dem iranischen Präsidenten geredet haben. Putin sagte, er habe den Vorschlag der Europäer diskutiert. Bis Ende Juni muss Iran zu diesem Vorschlag Stellung nehmen.

Die beiden Vetomächte des Sicherheitsrats, China und Russland, haben sich bislang in der Auseinandersetzung gegen die Verhängung von UN-Sanktionen ausgesprochen. Sie streben eine diplomatische Lösung an.

China hatte der Besuch von Ahmadinedschad zudem in eine diplomatische Zwickmühle gebracht. Peking will einerseits jeden Konflikt mit Washington vermeiden, braucht auf der anderen Seite die Öl- und Gaslieferungen aus dem Iran.

Seite 1:

Iran strebt in Russlands Energie-Club

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%