Scharfe internationale Kritik
Iran schockt den Westen mit Urananreicherung

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Mutmaßlicher CIA-Agent mit dem Tode bedroht

Der oberste politische und geistliche Führer des Irans Chamenei schloss ein Einlenken im Atomstreit aus. Auch die kürzlich verschärften Sanktionen würden den Iran nicht dazu bringen, seine Atompolitik zu ändern, sagte er in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede. „Die iranische Nation glaubt an ihre Führer. ... Die von unseren Feinden gegen den Iran verhängten Sanktionen werden keinerlei Einfluss auf die Nation haben.“ Die Entschlossenheit des Landes werde durch die Strafmaßnahmen nicht erschüttert.

Iranische Staatsmedien berichteten, dass der US-Bürger Amir Mirsa Hekmati vom Revolutionsgericht zum Tode verurteilt worden sei, weil er „mit dem feindlichen Amerika kooperiert und für die CIA spioniert“ habe. Das Todesurteil gegen den 28-Jährigen, der auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, müsse noch vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden. Der US-Iraner war im Dezember festgenommen worden. Nach Angaben des iranischen Geheimdienstes wurde Hekmati auf US-Stützpunkten in Afghanistan und Irak ausgebildet. Den Justizbehörden zufolge hat er Kontakte zur CIA zugegeben. Er habe nach eigener Aussage aber nicht die Absicht gehabt, dem Iran zu schaden.

Das US-Präsidialamt bezeichnete die Vorwürfe gegen Hekmati als haltlos und forderte seine sofortige Freilassung. Sollten sich die Berichte über die Todesstrafe bewahrheiten, würden die USA dies verurteilen, erklärte ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama. Auch die Bundesregierung kritisierte das Strafmaß und die Urteilsbegründung. „Es ist besorgniserregend und auch betrüblich, dass sich der Iran mehr und mehr von der internationalen Gemeinschaft und internationalen Maßstäben wie Rechtstaatlichkeit wegbewegt“, sagte Westerwelle in Tunis.

Eine unmittelbare Hinrichtung von Hekmati ist nach Einschätzung von Beobachtern unwahrscheinlich. Als politisches Pfand im Atomstreit dürfte der Inhaftierte für den Iran noch von Nutzen sein, erklärte die Iran-Expertin Gala Riani von der Beratungsfirma His Global Insight.

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  • Ach so, einfach mal ein bisschen killen, morden und verschleppen. Natürlich im Namen der Freiheit, des Friedens und der moralischen Überlegenheit denn, jeder weiss - WIR sind die guten!
    Wer trifft die Entscheidung, wer liquidiert wird?
    Sind Sie sich im klaren, was ihr Statement im Umkehrschluss bedeutet? Ich befürchte nicht, sonst würden Sie nicht so einen Menschenverachtenden STUSS von sich geben!
    ein Vorredner hats richtig erkannt - Schlaf Michel, schlaf...

  • In jedem Fall ist es eine bessere Lösung iranische Atomwissenschaftler aus dem Verkehr zu ziehen als einen Krieg anzufangen.
    20% angereichertes Uran braucht kein Mensch. Hier ist ganz klar, dass man zunächst eine größere Menge auf 20% anreichern will und dann den Atomwaffensperrvertrag kündigt, um danach auf über 90% anzureichern, was dann viel schneller von statten geht.

    Zum Gefahrenpotential des Irans wurde schon alles gesagt. Die müssen einfach nur KLEIN BEIGEBEN, dann ist der Konflikt vom Tisch: Der Klügere gibt nach! Der Iran muss einfach die Realitäten anerkennen.

  • Ob die ausschließlich in Israel sitzen bezweifele ich sehr!

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