Scharon behauptet seine Pläne im Parlament
In Gaza droht Eskalation

Ungeachtet eines Polizeiverbots haben tausende Gegner eines israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen am Mittwochabend erneut versucht, einen Protestmarsch in das zu räumende Gebiet zu organisieren. Die Polizei kündigte an, den Marsch unter keinen Umständen zuzulassen.

HB TEL AVIV. Israelische Medien berichteten, die Demonstranten hätten sich in dem von der Polizei umstellten Kfar Maimon, rund zehn Kilometer östlich des Gazastreifens, in Bewegung gesetzt. Sie wurden dabei von ranghohen Rabbinern angeführt. Der Siedlerrat rief die Demonstranten zur Gewaltlosigkeit auf.

Ein Tor im Westen der Stadt, durch das die Demonstranten marschieren wollten, wurde jedoch von der Polizei vollständig blockiert. Die Polizei kündigte an, sie werde den Marsch notfalls mit einer Menschenkette stoppen. Gleichzeitig brachen Einwohner von Gusch Katif in einer langen Kolonne ins rund 20 Kilometer entfernte Kfar Maimon auf, um Solidarität mit den Demonstranten zu zeigen.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte sich zuvor im Parlament mit seinem Plan eines Abzugs aus dem Gazastreifen gegen den Widerstand der Demonstranten behauptet. Eine deutliche Mehrheit von 69 der 120 Abgeordneten stimmte gegen einen Aufschub des Abzugs, der am 17. August beginnen soll. Nur 41 votierten für eine Verschiebung, der Rest enthielt sich oder war abwesend.

Damit hat Scharon die letzte Hürde in der parlamentarischen Auseinandersetzung um seinen Plan zur Räumung von insgesamt 25 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und nördlichen Westjordanland genommen. Scharon begrüßte die Entscheidung der Knesset. „Dies ist ein Beweis, dass die Regierung, das Parlament und die Öffentlichkeit den Abzug unterstützen.“

Anführer der israelischen Siedlerorganisationen hatten den Protestmarsch zehntausender Gegner eines Abzugs am Mittwoch zunächst für beendet erklärt. Die Siedlervertreter riefen die Mehrheit der Demonstranten in der Ortschaft Kfar Maimon dazu auf, ihren Marsch in den Gazastreifen abzubrechen. Um weitere Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften zu vermeiden, solle nur eine kleine Gruppe die Kundgebung fortsetzen. Die Polizei hatte den Marsch untersagt, weil die Einreise von Israelis in den Gazastreifen einen Monat vor dem Abzug bereits verboten ist.

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