Scharon droht auch Arafat
Israelische Polizei stürmt Tempelberg

Nach Steinwürfen von Palästinensern hat die israelische Polizei am Freitag gewaltsam das Gelände der Al-Aksa- Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem gestürmt. Etwa 60 Menschen seien bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und Polizisten verletzt worden, überwiegend jedoch nur leicht, sagten palästinensische Arzthelfer. Palästinenser hatten Steine auf Polizisten geworfen.

HB JERUSALEM. Nach der Liquidierung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin schloss der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon unterdessen auch eine Tötung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat nicht aus. Bei neuer Gewalt im Gazastreifen töteten Soldaten zwei Palästinenser. Arafat und der Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah sollten sich gegen eine Tötung „nicht immun fühlen“, sagte Scharon der israelischen Tageszeitung „Haaretz“. „Jeder, der einen Juden tötet oder einen israelischen Bürger verletzt, oder Leute zum Mord an Juden losschickt, ist markiert. Punkt“, zitierte das Blatt den Regierungschef am Freitag.

Aus der Palästinenserführung hieß es, die Worte Scharons seien „ernst und gefährlich“. Scharon spiele mit dem Feuer und gefährde die Zukunft des Friedensprozesses. Die Zusammenstöße vor der Al-Aksa-Moschee begannen nach dem islamischen Freitagsgebet. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Schockgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gefeuert. „Hunderte Palästinenser haben die Polizei mit Steinen beworfen“, sagte ein Polizeisprecher. Mindestens 15 Palästinenser wurden festgenommen. Die Polizei setzte zeitweise hunderte Palästinenser in der Moschee fest und versperrte den Zugang zu dem Gelände. Der israelische Rundfunk berichtete, der Einsatz habe nach Steinwürfen auf den Platz vor der Klagemauer begonnen. Ein Rabbiner dort sagte der Zeitung „Haaretz“, Muslime hätten einen Stein auf Juden an der Klagemauer geworfen. Der Besucherstrom sei aber nicht unterbrochen worden.

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