International
Scharon droht mit „beispielloser Härte“

Angesichts neuer Gewalt im Gazastreifen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon mit beispielloser Härte gedroht, sollten militante Palästinenser während oder nach der Räumung des Gebiets Anschläge verüben. Israel werde darauf anders reagieren als bisher, und zwar in Verbindung mit drakonischen Maßnahmen, erklärte Scharon am Sonntag bei einer Kabinettssitzung.

HB JERUSALEM. Stunden nach einem tödlichen Feuerüberfall sagte Scharon in Jerusalem, er habe dies US-Außenministerin Condoleezza Rice bei einem Treffen unmissverständlich klar gemacht. „Ich habe ihr verdeutlicht, dass unsere Reaktionen von einer anderen Art sein und mit schärferen Mitteln ausgeführt werden, wenn Terroranschläge während der Räumung (des Gazastreifens) verübt werden“, wurde Scharon im Rundfunk zitiert. Rice bemüht sich, Israelis und Palästinenser vor dem für den 17. August angekündigten Abzug zu einer engeren Zusammenarbeit zu bewegen.

Militante Palästinenser hatten in der Nacht im Gazastreifen ein israelisches Ehepaar erschossen. Die Bewaffneten eröffneten das Feuer auf das Auto der beiden Israelis, die auf einer Straße zwischen dem Übergang Kissufim und dem Siedlungsblock Gusch Katif unterwegs waren. Israelische Soldaten töteten anschließend zwei der Angreifer. Israelische Medien berichteten, das Paar aus Jerusalem sei in den Gazastreifen gefahren, um Verwandte zu besuchen.

Am Vortag hatte Rice die Bemühungen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gewürdigt, gegen militante palästinensische Gruppen vorzugehen. Es bleibe aber noch viel zu tun, sagte sie. Die Ministerin forderte Israel auf, den Gazastreifen nach einem Abzug nicht abzuriegeln. Die dort lebenden Palästinenser müssten Zugang zum Westjordanland haben. Der dreitägige Besuch der US-Außenministerin in der Region soll die amerikanische Unterstützung für den israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen demonstrieren. Rice forderte, der Rückzug müsse ein wichtigen Schritt zu einer Rückkehr zum Friedensplan (Road Map) für den Nahen Osten werden.

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