Scharon erwägt Aufgabe von Siedlungen im Gaza-Streifen
Fischer: In Nahost-Konflikt kommt Bewegung

Nach Informationen aus israelischen Kreisen erwägt Israels Ministerpräsident Ariel Scharon die Aufgabe jüdischer Siedlungen im Gaza-Streifen. Die von Scharon jahrzehntelang geförderten Siedlungen sind international nicht anerkannt und ein großes Hindernis in dem seit Monaten festgefahrenen Friedensprozess.

HB JERUSALEM/AMMAN. Um dessen Belebung bemühte sich Bundesaußenminister Joschka Fischer auf einer dreitägigen Nahost-Reise. Während bei Fischers Gesprächen in Ägypten die Chancen auf Fortschritte optimistischer gewertet wurden als früher, zeigte sich die jordanische Führung am Dienstag skeptischer. Ägyptische Vermittler versuchten unterdessen bei Gesprächen in Gaza-Stadt, militante Palästinenser-Gruppen zum Gewaltverzicht zu bewegen.

Scharon habe seinem Kabinett wenige Tage vor einer am Donnerstag mit Spannung erwarteten Grundsatzrede gesagt, Israel müsse bereit sein, Siedlungen im Gaza-Streifen aufzugeben, verlautete aus den israelischen Kreisen in Jerusalem. Der Ministerpräsident hatte bereits zuvor angedeutet, Israel könne einige Siedlungen im Westjordanland räumen und entlang der Sperranlage, die es derzeit zum Westjordanland baut, Grenzposten errichten.

Scharon gehe davon aus, dass die Palästinenser-Regierung unter Ministerpräsident Ahmed Korei nur sechs Monate bestehen werde und Israel dann allein handeln müsse, hieß es. Damit bezweifelte Scharon erneut indirekt, dass der ins Stocken geratene internationale Friedensplan funktionieren kann. Der Plan sieht ein Ende der Gewalt und einen Palästinenser-Staat bis 2005 vor.

„Wie immer man darauf blickt, Juden werden nicht immer im Gaza-Streifen leben“, wurde Scharon in den Kreisen zitiert. Im Gaza-Streifen leben rund 7000 Israelis in streng bewachten Siedlungen unter mehr als einer Million Palästinensern. Militante Palästinenser haben immer wieder Siedler angegriffen. In dem seit mehr als drei Jahren dauernden Aufstand der Palästinenser für einen eigenen Staat wurden mehr als 2200 Palästinenser und 800 Israelis getötet.

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