Scharon gegen direkte Verhandlungen
Schwerer Start für Nahost-Gespräche

Der US-Gesandte William Burns ist in die Nahost-Region gereist. Und gleich zu Beginn der neuen Vermittlungsrunde hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon direkten Gesprächen mit den Palästinensern eine klare Absage erteilt.

HB RAMALLAH/KAIRO. Zu Scharon sagte am Mittwoch zudem, er lehne eine Vermittlerrolle Ägyptens ab. Der Nachbarstaat spiele zwar beim geplanten Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen eine wichtige Rolle. Der Abzug bleibe jedoch ein einseitiger Schritt der israelischen Regierung. Verhandlungen mit den Palästinensern würden das Vorhaben gefährden, sagte Scharon.

Der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman stellte unterdessen Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei einem Treffen in Ramallah laut israelischen Medien ein Ultimatum von zwei Monaten für den Umbau seiner Sicherheitskräfte. Kairo will im Gazastreifen palästinensische Sicherheitskräfte ausbilden und nach dem Abzug der israelischen Truppen Kontrollen an der Grenze übernehmen. Von Arafat fordert Ägypten jedoch, die Zahl seiner Sicherheitsdienste von zwölf auf drei zu verringern und mit radikalen Oppositionsgruppen ein Kooperationsabkommen abzuschließen.

Gleichzeitig soll Israel alle Militäraktionen im Gazastreifen stoppen. Ägypten hatte zudem vorgeschlagen, Israelis und Palästinenser sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Angesichts von Kritik palästinensischer Fraktionen an der ägyptischen Rolle bei dem Abzug betonte Arafat nach dem Treffen, man begrüße die Bemühungen Ägyptens „von ganzem Herzen“.

Auch der Nahost-Gesandte Burns sagte am Mittwoch, Ägypten übernehme in der Abzugsfrage eine „wichtige Führungsrolle“. Nach einem Treffen mit dem ägyptischen Außenminister Ahmed Maher in Kairo betonte Burns, die US-Regierung sehe einen Abzug aus Gaza nur als ersten Schritt bei der Umsetzung des internationalen Friedensplans.

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