Scharon lehnt Teilnahme an Nahost-Konferenz ab
Blair und Scharon gehen in Klausur

Der britische Premierminister Tony Blair und sein israelischer Kollege Ariel Scharon haben am Mittwoch in Jerusalem über eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensplans beraten.

HB JERUSALEM. Eine Teilnahme an der Nahost-Konferenz, die Blair im Februar in Großbritannien ausrichten will, lehnte Scharon am Mittwoch indes ab. Da die Konferenz auf die Palästinenser fokussiert sei, habe sich Israel nach Beratung mit den Briten gegen eine Teilnahme entschieden. Blair zufolge solle die Konferenz die Palästinenser für spätere Friedensgespräche mit Israel rüsten, keinesfalls jedoch Beratungen im Rahmen des internationalen Friedensplans ersetzen.

Ohne Sicherheit für den Staat Israel werde es nie zur Umsetzung des internationalen Friedensplanes kommen, sagte Blair. Der „Road-Map“ genannte Plan sieht die Schaffung eines Palästinenser-Staates und ein Ende der Gewalt vor. Der Palästinenser-Staat brauche nicht nur ein Gebiet, sondern auch geeignete demokratische Institutionen, Sicherheit und eine funktionierende Wirtschaft, sagte der britische Premier. „Wenn der Terror ein Ende hat, wird die Tür der Road-Map offen stehen“, sagte Scharon. Blair sollte im Verlauf seines eintägigen Besuches auch PLO-Chef Mahmud Abbas treffen.

Scharon stützte die jüngst aufgekeimte Hoffnung, der seit Jahren festgefahrene Friedensprozess könnte nach dem Tod des im November verstorbenen Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat wieder in Gang kommen. Israel hatte Arafat als Hindernis für einen Frieden im Nahen Osten betrachtet und ihn nicht als Verhandlungspartner akzeptiert. „Aber jetzt, da Arafat uns verlassen hat, glaube ich, gibt es eine Chance und ich werde sie nicht verpassen“, sagte Scharon. Israel sei der Road-Map verpflichtet, fügte er hinzu. Der für das Jahr 2005 geplante Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen solle den Friedensplan nicht ersetzten.

Als aussichtsreichster Kandidat bei der Wahl am 9. Januar für einen Nachfolger Arafats gilt der neue PLO-Chef Abbas. Der hatte sich am Mittwoch zuversichtlich gezeigt, dass es nach der Wahl eines neuen Palästinenser-Präsidenten zu Gesprächen mit Israel über den geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen kommen werde.

Während in Jerusalem die Hoffnung auf einen künftigen Frieden Nahrung erhielt, wurden im Gaza-Streifen und im Westjordanland ein Palästinenser und ein Israeli getötet. Nahe Hebron im Westjordanland erschoss nach Angaben des israelischen Militärs ein militanter Palästinenser einen Israeli. Der Mann habe an der israelischen Sperranlage zu den Palästinensergebieten gearbeitet. Am Morgen hatte die israelische Armee Augenzeugen zufolge in einem Flüchtlingslager im südlichen Gaza-Streifen mindestens einen militanten Palästinenser getötet. Ein weiterer sei während eines Schusswechsels verletzt worden.

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