Scharon sichert Möglichkeit einer Rückkehr zu
Arafat in Pariser Krebs-Klinik

Der schwer erkrankte Jassir Arafat hat zur medizinischen Behandlung am Freitag sein Land verlassen. In geschwächtem Zustand ist der Palästinenser-Präsident Jassir Arafat stunden später in einer französischen Spezialklinik für Blutkrankheiten eingetroffen.

HB VILLACOUBLAY. Als Arafat zum ersten Mal nach zweieinhalb Jahren seinen Amtssitz im palästinensischen Ramallah verließ, verabschiedeten ihn Anhänger, Leibwächter und Gesinnungsgenossen unter Tränen und mit Schlachtrufen, die er selbst im jahrzehntelangen Kampf um einen Palästinenser-Staat geprägt hatte. „So Gott will, komme ich zurück“, rief der 75-Jährige ihnen zu. Einem seiner engen Vertrauten zufolge leidet Arafat wahrscheinlich an Leukämie. Ein behandelnder Arzt sagte jedoch, medizinische Tests hätten Blutkrebs weitgehend ausgeschlossen. Das Militärhospital Percy in Villacoublay bei Paris ist für die Behandlung von Blutkrankheiten und Krebs bekannt.Arafats politische Aufgaben übernahmen Ministerpräsident Ahmed Kurei und dessen Vorgänger als Regierungschef, Mahmud Abbas.

Arafat wurde am Morgen per Hubschrauber von Ramallah im Westjordanland nach Jordanien gebracht, wo ein Flugzeug auf ihn wartete, das Frankreich zur Verfügung gestellt hatte. In Amman wurde er in einem Rollstuhl transportiert. Für den Flug nach Paris war in der Maschine ein Krankenbett vorbereitet. Arafat hatte einer Verlegung ins Ausland erst zugestimmt, nachdem sein langjähriger Erzfeind, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon, ihm die Möglichkeit einer Rückkehr zugesichert hatte. Seit Israel ihn wegen der Anschläge palästinensischer Extremisten in Ramallah unter Hausarrest hielt, hatte es seine Ausreise immer für möglich bezeichnet, eine Rückkehr aber ausgeschlossen.

Ein hochrangiger Palästinenser-Vertreter sagte, um die wahrscheinliche Diagnose eines Blutkrebses zu bestätigen, seien noch weitere Untersuchungen nötig. Der behandelnde Arzt hatte zuvor gesagt, Arafat habe einen zu niedrigen Thrombozyten-Wert, leide aber offenbar nicht an Leukämie. Zu wenige Thrombozyten (Blutplättchen) bedeuten eine verringerte Gerinnungsfähigkeit des Blutes und damit ein erhöhtes Risiko von äußeren und inneren Blutungen. Der Vertreter der Palästinenser in Deutschland, Abdallah Frangi, sagte am Freitag, Arafats Zustand sei stabiler als an den Tagen zuvor.

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