Schattenwirtschaft
Schwarzarbeit ist kein Zukunftsmodell

Viel Beschäftigung, gute Konjunktur und steigende Löhne. Immer weniger Menschen arbeiten schwarz. Wie fast überall in ganz Europa, wird die Schattenwirtschaft auch in Deutschland kleiner.
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BerlinSchwarzarbeit ist kein Zukunftsmodell. In diesem Jahr wird sie weiter sinken. Das erwarten jedenfalls Friedrich Schneider von der Universität Linz und Bernhard Boockmann vom Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung, die jedes Jahr im Februar die Schattenwirtschaft vermessen. Ursache dafür ist die anhaltend gute Konjunktur, verbunden mit der guten Lage am Arbeitsmarkt.

„Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten führen dazu, dass weniger Personen ihre Arbeitskraft in der Schattenwirtschaft anbieten“, schreiben die Experten. An Fiskus und Sozialversicherungen vorbei dürften in diesem Jahr mit 330 Milliarden Euro sechs Milliarden Euro weniger erwirtschaftet werden als 2016. Der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird damit auf 10,4 Prozent sinken.

Der Anreiz schwarz zu arbeiten, sank auch wegen des Abbaus der Kalten Progression, ist Schneider überzeugt. Denn wenn bei Lohnerhöhungen der Steuertarif steigt und weniger im Portemonnaie bleibt, dann „ist das Anreiz“ für Schwarzarbeit, so Schneider. Zwei Drittel der Schwarzarbeit in Deutschland ist laut Schneider Nebenerwerbsarbeit: Der Fliesenleger, der abends und am Wochenende bar hinzuverdient, sei dafür typisch, ebenso der Babysitter und die Putzfrau. Vor allem im Handwerksbereich dürften Steuersenkungen immer auch die Schattenwirtschaft zurückdrängen.

Der Mindestlohn zeigt demgegenüber auf ganz Deutschland gesehen kaum Verdrängungseffekte in Richtung Schattenwirtschaft. Seine Erhöhung dürfte den Schwarzarbeitsumsatz lediglich um 300 Millionen Euro steigern, so die Studie. Allerdings sei der für ganz Deutschland geringe Effekt regional höchst unterschiedlich ausgeprägt.

„In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen arbeitet ohnehin fast niemand auf Mindestlohn-Niveau“, sagte Schneider. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg dürften der Mindestlohn und jetzt seine Erhöhung aber durchaus legale Arbeit ins Schattenreich verdrängen, ist Schneider überzeugt.

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  • Ich denke auch, das eigentliche Problem ist die "Staatsquote".
    Der "Normal" Verdiener kann sich davon abgesehen doch überhaupt gar keinen offiziellen Handwerker mehr leisten ! Wobei ich den Handwerksbetrieben nicht mal einen Vorwurf machen will.
    Einer meiner Ex Chefs, hat mir mal gezeigt was ich als Angestellter tatsächlich koste. Zu dem Brutto das man als Arbeitnehmer auf dem Lohnzettel sieht kommen ja noch etliche Abgaben ( Berufsverbände ect ) oben drauf.
    Es hat mich nachhaltig schockiert als ich sehen konnte wie wenig am Ende für den Arbeiter / Angestellten tatsächlich übrigbleibt.
    Wenn man auch diese versteckten abgaben berücksichtigt... dürfte die Brutto Netto Quote bei 60 zu 40 wenn nicht sogar 70 zu 30 liegen !!
    Kein wunder das jeder was immer möglich am Staat vorbei verdient.

  • Herr Meyer,

    das kleiner Vermögen der Deutschen ist schon seit jahrzehnten bekannt und hat sich in den Verhältnissen noch nicht gegenüber anderen Länder geändert.

    Und das wird es auch nicht. Dafür sorgen unsere Politiker schon. Die brauchen sich darauf keine Gedanken zu machen, weil sie oft hohe Pensionen bekommen.

    Was interessiert das einen Politiker?

  • Herr Meyer,

    das meine ich doch. DIn Rücklagen gibt es nicht, weil verfühstückt und ein Mindestbeitrag oder der Mindestbeitrag für Scheinselbstständige ist nicht nur eine Makulatur sondern eine Farce mit grossen Nachwehen.

    Besonders für viele Migrierten die die Selbstständigkeit befeuern und die Politik auch noch stolz darauf ist.

    Die eigentlichen Gefahren sind unsere Politiker die es in den letzten beiden Jahrzehnten nicht geschafft haben ein vernünftiges Altersicherungssystem aufzubauen.

    Stattdessen werden sämtliche privaten Versorgungsbezüge -sog dritte Säule- seit 2005 versteuert. Und die Nullzinspolitik nutzt keinem Bürger und nur den Staaten.

    Und den Rest schafft die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren, wenn uns die sog. 'Babybommer' in den Ruhestand gehen und diese sukzessive durch Menschen mit fremden Religionen, Kultur und Weltanschauung in Deutschland ersetzt werden soll.

    Die größte Eselei ist es das den Politikern abzunehmen und daran zu glauben, dass das uns gelingen wird.

    Dabei ist schon die Migration mit ihrer Segregation gg. Die Wand gefahren.

    Einige scheinen das noch nicht erkannt zu haben oder leben weiter in ihrer Ignoranz sowie die Kanzlerin & Co.

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