Schicksal Saddams ist nach wie vor ungeklärt
Neues angebliches Saddam-Tonband ausgestrahlt

Arabische Fernsehsender haben ein weiteres Tonband ausgestrahlt, auf dem der gestürzte irakische Präsident Saddam Hussein seine Landsleute zum Kampf gegen die Besatzungstruppen aufrufen soll. „Eure Hauptaufgabe, Iraker, ist es, die Eindringlinge vom irakischen Territorium zu vertreiben“, sagte der Mann auf dem Band, das am Dienstag vom libanesischen Satelliten-Sender El Hajat LBC und von dem in Katar ansässigen Sender El Dschasira gesendet wurde.

Reuters BAGDAD/DUBAI. Angriffe aus dem Hinterhalt seien das geeignetste Mittel zum Widerstand. Der US-Verwalter des Irak, Paul Bremer, sagte, Saddam werde nie mehr an die Macht zurückkehren.

Es gab keine Bestätigung für die Echtheit der Aufnahme, deren Tonqualität schlecht war. Am Freitag hatte El Dschasira ein angebliches Saddam-Tonband ausgestrahlt, das nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA wahrscheinlich echt war. Die Stimme auf dem Band hatte den 14. Juni 2003 als Datum der Aufnahme genannt. Der CIA bestätigte dies nicht. Der Zeitpunkt der neuen Aufnahme war unklar. Die Stimme war der Saddams sehr ähnlich. Ein Vertreter des US-Geheimdienstes sagte, er könne noch nicht beurteilen, ob das Band authentisch sei.

„Der Sieg kommt. Er kommt, so Gott will“, sagte die Stimme auf dem am Dienstag ausgestrahlten Band. „Die zionistischen Verbrecher und die amerikanische Verwaltung und ihre Anhänger werden vertrieben werden, möge Gott sie bis zum Jüngsten Tag verfluchen.“ Ein Sprecher von El Hajat LBC sagte, das Tonband sei direkt aus der irakischen Hauptstadt Bagdad gesendet worden. Auch in dem am Freitag ausgestrahlten Band hatte eine Stimme zu Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufgerufen.

„Es wäre mir sehr viel lieber, wenn er in unserer Gewalt oder tot wäre“, sagte Bremer über Saddam. Diese „unerledigte Frage“ gebe den Anhängern des alten Systems die Möglichkeit, vor anderen von einer Rückkehr Saddams zu sprechen. „Er lebt vielleicht, aber er wird nicht zurückkehren“, sagte Bremer. Das Schicksal Saddams und seiner beiden Söhne Udai und Kusai ist seit Beginn des Irak-Kriegs vor knapp vier Monaten ungeklärt. Die USA haben eine Belohnung von 25 Mill. Dollar auf Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung Saddams führen.

Seit dem Ende der Hauptkriegshandlungen im Irak am 1. Mai sind die alliierten Truppen beinahe täglich das Ziel von Anschlägen und Angriffen geworden. Dabei kamen 29 US- und sechs britische Soldaten ums Leben. Die USA machen einige versprengte Anhänger Saddams dafür verantwortlich. Es kommt jedoch auch wiederholt zu Demonstrationen, bei denen Iraker einen Abzug der Besatzungstruppen fordern. Die US-Verwaltung setzte am Dienstag eine Belohnung von 2500 Dollar für Informationen aus, die zur Festnahme von Verantwortlichen für die Angriffe führen.

Bremer wiederholte seine Ankündigung, innerhalb der kommenden zwei Wochen einen irakischen Regierungsrat gründen zu wollen, um den politischen Prozess wieder in Gang zu bringen. Der irakische Politiker Adnan Pachachi sagte der Nachrichtenagentur Reuters, alle sieben ehemaligen Exil-Parteien hätten einer Teilnahme zugestimmt. Zudem werde der Rat wirkliche Macht besitzen und nicht wie zuerst von den USA vorgesehen nur eine beratende Funktion haben. „Der Rat wird Minister ernennen und Gesetze erlassen, die sich auf die Währung, Bildung, Wirtschaft und alle anderen Bereiche beziehen“, sagte Pachachi.

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