Schicksal von Geiseln unklar - Heftige Kämpfe mit Rebellen
Wieder Entführungen und Anschläge im Irak

Die Regierungen Japans und Australiens sorgen sich um das Schicksal ihrer zwei im Irak entführten Staatsbürger. Unterdessen wurden am Dienstag die Kämpfe zwischen US-Soldaten und Aufständischen im Westen des Landes immer heftiger.

HB BAGDAD. Während ein der australischen Regierung gestelltes Ultimatum ohne Informationen über den Zustand der Geisel Douglas Wood verstrich, bestätigte die Regierung in Tokio offiziell das Verschwinden eines 44-Jährigen Japaners. Bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad starben zudem acht Menschen, rund zwei Dutzend verletzt.

72 Stunden hatte eine islamische Extremisten-Gruppe der australischen Regierung Zeit gegeben, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Das Ultimatum verstrich am Dienstag zunächst ohne Neuigkeiten über den Zustand des 63-jährigen Australiers. „Wir haben nichts gehört ... Wir wissen einfach nicht, was wir davon halten sollen und arbeiten weiter an dem Fall“, sagte der Außenminister Alexander Downer. Wood ist nach Angaben der Regierung herzkrank und soll im vergangenen Monat entführt worden sein. Vor wenigen Tagen strahlte der arabische Fernsehsender Al-Dschasira ein Video aus, das einen kahl geschorenen und offensichtlich verzweifelten Wood zeigte.

Im Namen der Armee der Ansar al-Sunna, einer weiteren islamischen Extremisten-Organisation, die für mehrere Entführungen und Geisel-Tötungen verantwortlich sein soll, war auf einer Internetseite am Montag die Geiselnahme eines Japaners bekannt gemacht worden. Dem auf der Internetseite gezeigten Ausweis zufolge handelt es sich um 44-jährigen den Akihiko Saito. Er soll für eine britische Sicherheitsfirma gearbeitet haben. Ein Bruder des Vermissten rief die Regierung in Tokio auf, den Forderungen der Entführern nicht nachzugeben und die rund 550 japanischen Soldaten im Irak stationiert zu lassen. „Er hat diese Art von Arbeit gemacht und kannte die Gefahren besser als andere, die entführt wurden“, sagte Hironobu Saito über seinen älteren Bruder. Verteidigungsminister Yoshinori Ohno erklärte, die Entführung werde keine Auswirkungen auf die Truppenstationierung des Landes im Irak haben.

Die Entführer kündigten an, bald ein Geiselvideo veröffentlichen zu wollen. Saito sei bei einem Überfall auf einen Konvoi entführt worden und schwer verletzt. Bei dem Überfall seien zwölf Iraker und mindestens vier Ausländer getötet worden. Die Ansar al-Sunnar gehört zu den gefürchtetsten Rebellengruppen im Irak und soll unter anderem im August zwölf Nepalesen getötet haben. Einer der Männer war geköpft worden.

Die in den vergangenen Woche wieder aufgebrandete Gewaltwelle setzte sich auch am Dienstag fort. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich nahe eines US-Militärkonvois in die Luft. Acht Menschen wurden getötet, 20 weitere verletzt. Ein zweiter Selbstmordanschlag richtete sich gegen die irakische Wasserschutzpolizei und verletzte drei Polizisten. Das US-Militär teilte am Dienstag außerdem den Tod von drei US-Soldaten mit. Die Männer seien am Montag im Westen des Landes getötet worden. Seit Samstag wurden damit insgesamt 13 US-Soldaten im Irak getötet.

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