Schiffsunglück
Deutschen droht Prozess in Indien

Zwei deutsche Seeleute werden nach einem Schiffsunglück in Indien festgehalten. Ihnen droht ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung. Die Hamburger Reederei plädiert für die Einstellung des Verfahrens.
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Hamburg/ChennaiNach einem Schiffsunglück in Indien müssen sich zwei Seeleute eines Hamburger Frachters möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Kapitän und der Erste Offizier der „Grietje“ würden in Indien festgehalten, sagte Rüdiger Bauer, Mitglied der Geschäftsleitung der Reederei SAL, die Eigentümerin des Schiffes ist, der Nachrichtenagentur dpa.

„Es steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum.“ Die Anschuldigungen seien nach der derzeitigen Beweis- und Sachlage jedoch haltlos, sagte Bauer am Mittwoch. „Wir gehen mit unsere Leuten davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird.“

Die mit 20 Mann Besatzung fahrende „Grietje“ soll vor elf Tagen vor der Küste der südindischen Stadt Chennai ein Fischerboot gerammt haben. Obwohl das Fischerboot sank, soll der Frachter weitergefahren sein. Bei dem Unfall ertrank indischen Medienberichten zufolge ein 45 Jahre alter Fischer; zwei weitere Menschen konnten gerettet werden. Insgesamt sieben Schiffe aus unterschiedlichen Ländern sollen sich in dem Seegebiet befunden haben.

Die Angelegenheit sorgt in Indien für Aufregung, weil ein Fall zweier italienischer Marinesoldaten zu diplomatischen Zerwürfnissen zwischen Indien und Italien geführt hatte. Die Matrosen hatten vor einem Jahr zwei Fischer erschossen, die sie offenbar für Piraten hielten. Sie sollen sich nun wegen Mordes vor Gericht verantworten. Im Zuge des Streits um die Frage, ob die Soldaten nach einem Heimaturlaub zurück nach Indien mussten, war der italienische Außenminister Giulio Terzi di Sant'Agata am Dienstag zurückgetreten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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