Schiiten vs. Sunniten: Weltmächte alarmiert über Iran-Saudi-Eskalation

Schiiten vs. Sunniten
Weltmächte alarmiert über Iran-Saudi-Eskalation

Nach Saudi-Arabien und Bahrain bricht auch der Sudan die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Die Großmächte fordern Riad und Teheran zum Dialog auf. Sie fürchten eine weitere Destabilisierung in Nahost.

Riad, Teheran, MoskauDie Eskalation der Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ruft die Weltmächte auf den Plan. Nach den USA forderten am Montag auch China, Russland und Frankreich, die Krise umgehend mit diplomatischen Mitteln beizulegen. Aus Furcht vor einer weiteren Destabilisierung der gesamten Nahost-Region rief auch die Bundesregierung die Regierungen in Riad und Teheran zum Dialog auf.

Die russische Führung erklärte sich einem Agenturbericht zufolge zu einer Vermittlerrolle bereit. Vor Ort verschärften sich die Spannungen weiter. Im Irak wurden zwei sunnitische Moscheen verwüstet, mit Bahrain und dem Sudan brachen weitere Staaten die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Die Aktienmärkte in der Golf-Region verloren durchgängig kräftig um bis zu 2,5 Prozent. Der Ölpreis stiegt wegen der Spannungen zwischen den beiden Großproduzenten um fast zwei Prozent.

Die seit langem schwelenden Spannungen zwischen dem sunnitischen saudischen Königshaus und der revolutionär-klerikal ausgerichteten schiitischen Führung im Iran haben sich durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen und Regimekritikers Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien verschärft. Der oberste geistliche und politische Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drohte dem saudischen Königshaus mit der „Rache Gottes“. Auch die Revolutionsgarden kündigten „scharfe Vergeltung“ an.

Proteste gegen die Hinrichtung waren daraufhin am Wochenende in Teheran außer Kontrolle geraten. Demonstranten stürmten und verwüsteten die saudische Botschaft in der iranischen Hauptstadt. Das saudische Königshaus reagierte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und der Ausweisung iranischer Diplomaten. Dem schlossen sich am Montag die ebenfalls sunnitische Golfmonarchie Bahrain und der Sudan an. Die Vereinigten Arabischen Emirate stuften die diplomatischen Beziehungen zum Iran herab.

Saudi-Arabien kappt nach den Worten von Außenminister Adel al-Dschubeir zudem alle Handelsbeziehungen mit dem Iran. Außerdem werde der Flugverkehr zwischen beiden Staaten eingestellt, sagte Dschubeir am Montag in einem Reuters-Interview. Saudische Bürger dürften auch nicht mehr in den Iran reisen. Iranische Pilger seien allerdings nach wie vor willkommen, die heiligen Stätten in Mekka und Medina zu besuchen. Der Iran müsse sich wie ein normales Land verhalten und internationale Normen respektieren, bevor die Beziehungen zu dem Land wieder normalisiert werden könnten.

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Russland bietet Vermittlerdienste an

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