Schioppa Favorit
Baldige Einigung auf Fazio-Nachfolge erwartet

Italiens Regierung steht nach den Worten ihres Chefs Silvio Berlusconi kurz vor der Einigung auf einen Nachfolger für den zurückgetretenen Notenbankchef Antonio Fazio. Tommaso Padoa Schioppa hat dabei einer Umfrage zufolge die größten Chancen.

HB ROM. „Ich glaube, wir stehen kurz vor einer Einigung auf einen Kandidaten, der die notwendigen Eigenschaften und ein internationales Profil hat“, sagte Berlusconi am Dienstag zu Journalisten. Diese Person werde von den Finanzmärkten und den Medien geschätzt.

Eine Umfrage unter Volkswirten ergab das frühere EZB-Direktoriumsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa als Favoriten, gefolgt von dem früheren Staatssekretär im Finanzministerium, Mario Draghi. Wie aus dem Präsidialamt verlautete, bevorzugt Präsident Carlo Azeglio Ciampi den 65-jährigen Padoa-Schioppa.

In dem gegenwärtigen Verfahren zur Besetzung des einflussreichen Postens an der Spitze der Bank von Italien muss der Präsident einer Nominierung durch den Aufsichtsrat der Bank zustimmen. Allerdings beschloss das Kabinett am Dienstag eine Änderung dieser Prozedur: Wirtschaftsminister Giulio Tremonti sagte, er hoffe, dass diese Gesetzesvorlage am Freitag verabschiedet werde. Danach würde die Regierung nach Konsultationen mit dem Aufsichtsrat der Bank von Italien den Notenbank-Gouverneur bestimmen. Der Präsident müsste diesen Vorschlag nur noch formell billigen. Außerdem wird der neue Notenbankchef nicht mehr auf Lebenszeit ernannt. Die Amtsperiode soll sechs Jahre betragen. Er kann dann aber erneut nominiert werden.

Die Kontrolle über Bankenfusionen soll die Zentralbank nach dem Beschluss des Kabinetts behalten. Allerdings muss zusätzlich auch die Kartellbehörde des Landes zustimmen.

Fazio war wegen seiner Rolle im Übernahmekampf um die italienische Banca Antonveneta massiv unter Druck geraten und hatte seinen Posten schließlich am Montag geräumt. Ihm werden unter anderem Parteilichkeit, Amtsmissbrauch und Insiderhandel vorgeworfen.

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