Schlacht um Aleppo

Türkei befürchtet 1,5 Millionen weitere Flüchtlinge

300.000 Menschen harren noch in Aleppo aus, 50.000 sind bereits auf dem Weg in die Türkei. Sollte die syrische Metropole „komplett ausgebombt“ werden, könne die Zahl der Flüchtlinge dramatisch steigen, warnt Ankara.
Weite Teile der syrischen Metropole sind zerbombt. Quelle: ap
Straße in Aleppo

Weite Teile der syrischen Metropole sind zerbombt.

(Foto: ap)

IstanbulDie Schlacht um die syrische Stadt Aleppo könnte nach türkischer Einschätzung deutlich mehr Menschen zur Flucht zwingen als befürchtet. Sollte die Metropole „komplett ausgebombt“ werden, könne die Zahl auf 1,5 Millionen steigen, sagte EU-Minister Volkan Bozkir am Donnerstag dem Sender TRT Haber bei einem Besuch in Bukarest. Bislang hatte die Türkei von einer Million Flüchtlingen gesprochen, sollte die Offensive der Regierungstruppen gegen die Rebellen in Aleppo fortgesetzt werden. Bozkir zufolge sind gerade 50.000 Flüchtlinge in Richtung der türkischen Grenze unterwegs. In Aleppo sollen nach Uno-Angaben noch 300.000 Menschen ausharren.

Tod, Armut und Verzweiflung
Unter ständigem Beschuss
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Es ist die Zivilbevölkerung, die unter den erbitterten Kämpfen leidet: 470.000 Menschen sollen im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen sein. Das geht aus einem aktuellen Bericht des „Syrian Center for Policy Research“ (SCPR) hervor. Die Schätzungen des unabhängigen Instituts übersteigen die der Uno, die bisher mit 250.000 Toten rechnet, damit bei weitem.

Ständig unter Beschuss
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Die Zahl der Verletzten seit dem Beginn der Kämpfe im März 2011 stieg laut Bericht auf 1,9 Millionen. Insgesamt sind damit 11,5 Prozent der Bevölkerung im Krieg umgekommen oder wurden verwundet. Fast ein Fünftel aller Kriegstoten starb nicht an den direkten Folgen des Kriegs, sondern an fehlender medizinischer Versorgung oder humanitärer Hilfe.

Dem Krieg ausgeliefert
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Und die Zahlen werden dramatisch ansteigen, vermuten viele Experten mit Blick auf die Situation in Aleppo. Die Stadt ist zurzeit der Offensive des Assad-Regimes ausgeliefert, das von iranischen Kämpfern und russischen Kampfflugzeugen unterstützt wird. Bis zu 50.000 Menschen sind in der Stadt im Norden des Landes eingesperrt – ohne Nahrung, ohne humanitäre Hilfe.

1900 Ziele hat Russland bisher bombardiert
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Je mehr Bomben auf die syrischen Städte fallen, desto größer werden auch die Erwartungen an die Münchener Sicherheitskonferenz, die am Donnerstagabend beginnt. Die syrische Bevölkerung hofft, dass sich Russland und die USA auf ein Ende der Luftangriffe einigen. Erste Anzeichen gibt es: Die „Washington Post“ berichtet, das die Regierung in Moskau vorgeschlagen hat, die Luftangriffe zum 1. März einzustellen.

Syrien verarmt
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Währenddessen verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung von Tag zu Tag. Im Jahr 2015 ist die Armut laut dem Bericht auf mehr als 85 Prozent gestiegen, nahezu 70 Prozent leben sogar in extremer Armut. 2,7 Millionen haben seit Beginn der blutigen Konflikte ihren Job verloren, mehr als die Hälfte aller Syrer ist arbeitslos. Die Schäden für die Wirtschaft werden auf insgesamt 255 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Nur das Nötigste für die Flucht
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Für viele Syrer gibt es angesichts der aussichtslosen Lage in ihrer Heimat nur einen Ausweg: Flucht. Mehr als sechs Millionen haben seit Kriegsbeginn ihren Wohnort verlassen, viele schon mehrmals. Das entspricht etwa 45 Prozent der Bevölkerung. Weitere vier Millionen Flüchtlinge haben bereits das Land verlassen.

  • rtr
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