„Schlachthaus Aleppo“ Assads tödliches Kalkül

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„Aleppo ist nicht der letzte Ort der Revolution“
Nichts bleibt übrig
Schutt und Asche
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Während die Straßen hier in Aleppo früher noch belebt waren, sind sie heute teilweise nicht mehr bewohnbar. Der Krieg zieht eine Schneise der Zerstörung durch die Stadt.

Jeder ist betroffen
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Seit Beginn des Bürgerkriegs sind laut den Vereinten Nationen mehr als 400.000 Menschen in Syrien getötet worden. Gerade die Kinder leiden unter den Folgen des Krieges: Ein normales Leben, in dem sie in die Schule gehen und nachmittags mit Freunden spielen, gibt es nicht mehr. Vielen Familien kommt daher nur ein Gedanke in den Sinn: Flucht.

Bisher kein Ende in Sicht
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Selbst wenn das Regime Aleppo einnimmt – der Kriegt geht in den anderen Städten, in denen Regierungstruppen gegen Rebellen gegen Kämpfern der Terrormilizen IS und al-Nusra gegeneinander vorgehen, weiter.

Konsequenzen für die Rebellen
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Sollte das Regime Aleppo einnehmen, könnte es für die Rebellen schwierig werden, ihre aktuelle militärische Stärke beizubehalten. Die Regierungstruppen könnten sich anschließend weitere Städte in der Region erkämpfen, wodurch die syrische Opposition in die Ecke gedrängt würde.

Kein Vorteil
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Sollte das passieren, dann werden die zukünftigen Friedenverhandlungen zu Ungunsten der Rebellen verlaufen: Mit mehr eroberten Gebieten hätte die Regierung ein größeres Druckmittel auf ihre Gegner.

Sie haben genug
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Die Bevölkerung ist längst an ihre Grenze angelangt. Kinder verloren ihre Eltern und Eltern verloren ihre Kinder. Laut Unicef leiden bereits mehr als 8 Millionen Kindern unter den Folgen des Krieges.

Russlands Einfluss bleibt weiterhin stark
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Neben den USA, Frankreich oder Deutschland ist auch Russland an dem Krieg beteiligt – allerdings mit fragwürdigen Zielen seitens Präsident Putin. Aus seiner Unterstützung für Syriens umstrittenen Präsident Baschar al-Assad macht der Kreml-Chef keinen Hehl. Putin dürfte andere Absichten in diesem Krieg haben als beispielsweise Europa. Bundeskanzlerin Merkel sagt dazu: „Russland hat viel Einfluss auf Assad: Wir müssen dieses grauenhafte Verbrechen so schnell wie möglich beenden.“

Und die Rebellen? Sie geben fast nur noch Durchhalteparolen aus. George Sabra, eine Schlüsselfigur im oppositionellen Hohen Verhandlungskomitee versicherte gegenüber dem Sender BBC: „Aleppo ist ein wichtiger Ort der Revolution, aber es ist nicht der letzte Ort.“ Der Fall Aleppos wäre nicht das Ende des Aufstandes gegen Assad. Aber, so muss Sabra zugeben, der Fall würde einen Friedensprozess sehr schwierig machen.

In diesem letzten Punkt untertreibt der Oppositionelle, sehr stark sogar. Sobald Assad das gesamte Gebiet von Aleppo beherrscht, dürfte sein Appetit, sich mit der Opposition an den Verhandlungstisch der Vereinten Nationen zu setzen, völlig verschwinden.

Warum sollte der Diktator auch mit seinen Feinden über sein politisches Ende feilschen? Dafür gibt es nach Assads Logik keinen Grund. Bestärkt durch den Sieg, würde Assad wohl alles daran setzen, die Rebellen und auch Terrormilizen wie den „Islamischen Staat“ total zu vernichten. Auch wenn das in einen Guerillakrieg münden kann, der Jahre dauert.

Wer ist willens und wer kann das mörderische Treiben in Aleppo, in Syrien noch stoppen? Die Antwort ist einfach: niemand. Die USA und die Europäer belassen es bei verbalen Protesten vor allem gegen Russland, hin und wieder droht man mit neuen Sanktionen. Vor einem direkten Eingreifen schrecken sie zurück. Aus verständlichen Gründen: Ein militärisches Engagement birgt zu viele Risiken – es könnte sogar den Weltfrieden gefährden.

Und von einem US-Präsident Donald Trump ist erst recht kein Einschreiten zu erwarten. Auch mit den Herrschern und Regierenden der arabischen Länder und der anderen Nachbarstaaten Syriens ist kaum zu rechnen. Viele von ihnen verstrickten sich selbst in den Konflikt. Dieser Konflikt aber könnte auf der Trümmerlandschaft von Ost-Aleppo am Wendepunkt angekommen sein – zugunsten Assads.

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1 Kommentar zu "„Schlachthaus Aleppo“: Assads tödliches Kalkül"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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