Schlag gegen Erdogan-Gegner
Dutzende ranghohe Polizisten in der Türkei festgenommen

Der Machtkampf zwischen Premier Erdogan und Rivalen Gülen geht in die nächste Runde: Bei einem landesweiten Einsatz sind 55 Polizisten festgenommen worden. Medien sprechen von einem gezielten Schlag gegen Erdogan-Gegner.
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AnkaraIn der Türkei sind bei einem landesweiten Einsatz am Dienstag 55 ranghohe Polizisten festgenommen worden. Wie mehrere Fernsehsender übereinstimmend berichteten, wird ihnen im Zuge der Ermittlungen gegen Gegner von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Allein 40 derzeitige und frühere Führungskräfte der Polizei wurden demnach in Istanbul festgenommen, darunter der ehemalige Leiter der städtischen Anti-Terror-Einheit. In den Medien wurde das Vorgehen einhellig als Schlag gegen die Bewegung des islamischen Predigers und Erdogan-Rivalen Fethullah Gülen gewertet.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen Erdogans islamisch-konservativer Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der Bewegung des im Exil lebenden Gülen, der besonders in Justiz und Polizei über zahlreiche Anhänger verfügen soll. Erdogan ließ wegen eines angeblichen Komplotts gegen seine Regierung seit Ende vergangenen Jahres massenweise Polizisten, Richter und Staatsanwälte zwangsversetzen.

Auslöser war die Festnahme von mehreren dutzend Politikern und Wirtschaftsmanagern aus dem Umfeld der Erdogan-Regierung im Dezember vergangenen Jahres, die von Istanbuler Staatsanwälten angeordnet worden war. Den Politikern und Managern wurde die Verwicklung in einen weitverzweigten Korruptionsskandal vorgeworfen, bei dem es um illegale Goldgeschäfte mit dem Iran, Bestechung und rechtswidrige Baugenehmigungen geht. In der Folge wurde auch das türkische Kabinett umgebildet.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schlag gegen Erdogan-Gegner: Dutzende ranghohe Polizisten in der Türkei festgenommen"

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  • Noch ein Beispiel für "den Geist Erdogans"?

    Ort: Arzt-Praxis in Berlin-Wedding im letzten Sommer. Ein türkischer Mann fordert agressiv sofortigen Eintritt zum Arzt und wird von der Arzthelferin darauf hingewiesen, dass vor ihm einige dran sind und er zu warten habe wie jeder andere. Nach einiger Zeit verliert der Mann wieder die Geduld und wird wieder laut und agressiv und fordert Einlass zum Arzt. Wieder wird er von der Arzthelferin zur Ordnung gerufen. Daraufhin stürmt der Mann hinter die Theke und schlägt die Frau mit mehreren Faustschlägen krankenhausreif. Bevor die Polizei eintrifft ist der Mann geflüchtet, aber die Personalien lassen sich leicht feststellen...

    Die Arzthelferin, einiges im Wedding und aus der Praxis-Arbeit gewohnt, kann erst nach Tagen das Krankenhaus verlassen (Gehirnerschütterung, schwere Prellungen und Blutergüsse im Gesicht...) und ist psychisch schwer traumatisiert. Sie wird aus Angst nie wieder in der Arztpraxis arbeiten...

    Vor der Gerichtsverhandlung wird die Arztpraxis von sieben Männern "südländischer Abstammung" gestürmt, andere Arzthelferin und der Arzt bedroht und der Arzt wird aufgefordert, seine Klage zurückzuziehen, andernfalls würde man ihm seine Praxis kurz und klein schlagen. Zeugen dieses Überfalls und der Bedrohungen lassen sich lt. Polizei kaum finden, obwohl die Praxis mit ca. 15 Personen (zumeist mit "Migrationshintergrund") gefüllt war...

    Der Täter kam übrigens nicht ins Gefängnis und läuft seither weiterhin frei herum. Die am Überfall und der Bedrohung des Arztes Beteiligten lassen sich von der Polizei nicht sicher feststellen (Zeit- und Personal-Mangel).

    Kein Einzelfall. Ich kenne viel solcher oder ähnlicher Fälle und Vorkommnisse. Frage: Wenn ein Politiker wie Erdogan so offen nationalistisch, intolerant, diktatorisch usw. handelt und auftritt, und von einer Mehrzahl der Türken geliebt und geherzt wird, was sagt uns das für die "Migrations-Fähigkeit und Willigkeit" aus? Muss unsere Politik dann nicht handeln?

  • Eins vorweg: Bin kein Ausländerfeind, mag Vielfalt, aber Toleranz ggü Intoleranz ist Dummheit (und oft auch Feigheit), bin gegen weiteren Zuzug von Kulturfremden bzw. Kulturfeinden.

    Im Berliner Tiergarten wurde vor wenigen Tagen ein deutscher Jude (älterer Herr auf Parkbank sitzend) am hellichten Tag von "südländisch aussehenden" Menschen krankenhausreif geschlagen (Täter flüchtig, Motiv Israel- und pauschaler Judenhass).

    Im Freibad "Prinzenbad" in Berlin-Kreuzberg muss jedes Jahr die Polizei das Bad mehrmals räumen, weil sich Türken und Araber den Anweisungen des Personals widersetzen und dieses "köperlich attackieren". Weil die Ordnungskräfte und Polizei schon lange aufgegeben haben, soll nun lt. Grüner Bezirksverwaltung ein ortsansässiger Iman im Bad für Ruhe und Ordnung sorgen (Signal an die Randalierer: regelt das unter euch, wir sind zu schwach, unsere rechtsstaatlichen Regeln können wir nicht durchsetzen, Manifestation der Parallelgesellschaft, wir geben auf, ihr habt gewonnen...).

    Gestern habe ich in den Medien erfahren, dass in einer Moschee in Berlin-Kreuzberg ein Iman zur "Vernichtung von Israel und aller Juden" aufgerufen hat. In einer vermeintlich "liberalen" Gemeinde...

    Ich frage mich folgendes: Wenn täglich 1.000 Menschen dieses Kulturkreises aus Nordafrika in Italien anlanden und hier in Europa aufgenommen werden (langwierige Asylverfahren und ggf Abschiebe-Verfahren kosten zudem Unsummen an Steuergeldern, was überall in Europa fehlt), was passiert dann eigentlich hier in Europa, sagen wir in 20 Jahren (denn diese Leute dürfen über kurz oder lang, so der Europäische Gerichtshof, ja alle ihre Verwandten nachholen...). Wie lange dauert es, bis wir, völlig "überfremdet", hier in Europa so einen wie Erdogan haben (Hass-Prediger inklusive)? Dann ist wohl schnell Schluss mit "Rechtsstaat", "Multikulti" und Gutmenschentum...

    Frage also: Was machen unsere Politiker eigentlich aus Europa?

  • Ich denke auch, daß die Türkei sehr gut zur EU passt.

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