Schlagabtausch
Franzosen und Briten streiten weiter

Die Regierungen von Frankreich und Großbritannien liefern sich einen verbalen Schlagabtausch: Der britische Vize-Premierminister Nick Clegg nannte die französische Kritik an der britischen Wirtschaft „nicht akzeptabel“.
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LondonDie Regierungen Frankreichs und Großbritanniens haben sich im Zuge des Streits um den Kurs in der europäischen Schuldenkrise erneut einen verbalen Schlagabtausch geliefert.

Die französische Kritik an der britischen Wirtschaft sei nicht akzeptabel, erklärte Großbritanniens Vize-Premierminister Nick Clegg am Freitag nach einem Telefonat mit dem französischen Regierungschef Francois Fillon. Der hatte sich beklagt, dass die Ratingagenturen die britische Wirtschaft offensichtlich positiver bewerteten als die französische. Fillon rief am Freitag Clegg an, um seine Äußerungen zu erklären. Der französische Politiker habe dabei seine Einschätzung klargestellt, dass die Ratingagenturen sich offenbar mehr an der Wirtschaftspolitik eines Landes als an der Höhe von Defiziten orientierten, erklärte Clegg.

Der britische Premier David Cameron geriet bereits bei einem EU-Gipfel im Oktober mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy aneinander. Teilnehmern zufolge sagte Sarkozy damals: „Wir haben es satt, dass Sie uns ständig kritisieren und uns sagen, was wir tun sollen.“ Bei dem Treffen einigten sich alle EU-Länder auf eine stärkere Integration und strengere Haushaltsregeln - mit der Ausnahme Großbritanniens.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's drohte in der vergangenen Woche praktisch allen Staaten der Eurozone mit einer Herunterstufung. Frankreich könnte in nächster Zeit sogar um zwei Stufen abrutschen, womit sich die Aufnahme von Krediten wahrscheinlich verteuert. Im Oktober hatte die Agentur dagegen angekündigt, die Bonitätsnote Großbritanniens bei der besten Bewertung AAA zu belassen.

Fitch bestätigte am Freitag Frankreichs Bestnote, droht nun aber mit einer Herabstufung.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Fakt ist auch, dass wenn Ratingagenturen nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten ihr Rating erteilen würden prinzipiell alle Staaten runtergeratet werden müßten.
    Dennoch nehmen die drei großen Ratingagenturen ständig Rücksicht auf politische Befindlichkeiten.
    Daher ist mein Credo, alle sind bereits pleite. Keiner will es zugeben, weil denen oben klar ist, es wird für sie nicht lustig wenn es die Masse mal verstanden hat.
    Darum ist es auch egal von welchem Land sie die Chefs sind.
    Frankreich, England und so weiter alle werden pendeln heiter. Der Wind wird mit ihnen spielen, die Augen zum Himmel hoch schielen.
    Und deswegen liegen die Nerven blank. Gott sei Dank.

  • Das Problm ist ja, daß immer irgendwie das wesentliche untergeht. Wie wäre es zum Beispiel damit?

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/30/dlf_20111130_1908_4952e7f2.mp3

    Danach habe ich mich gefragt, ob der Sinn des besuchs von Cameron bei Merkel nicht dazu diente, daß _er_ ihr vielleicht erklärt hat, daß er mit diesem "balancing the budget" gescheitert sei und sie auch verdammt noch mal endlich damit aufhören soll.

    Ach, mal hören, was die Schotten dazu sagen

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/13/dlf_20111213_0912_500cd41f.mp3

    Wie gesagt, das wesentliche bleibt offensichtlich den Augen der angeblich kompetenten Kommentatoren verborgen.

    Die Wngländer haben sich als "Kameradenschweine" geoutet, daran geht nichts vorbei, sie stecken knietief in der Sch**** und da muss natrlich sofort in ein tapferes "rule britannia" eingestimmt werden.

    Die Fakten sprechen für sich: Cameron gegen den Rest der Welt, da kann er jetzt noch so schäbig nach dem Mauseloch suchen, um seine Wühlarbeit gegen die anderen zu starten.

    Erbärmlich.


  • Danke unseren französischen Freunden, die es endlich mal auf den Punkt bringen, was mit England wirklich los ist.

    Bedingt durch die Verpflichtungen aus dem Alliierten Kriegsrecht hat man uns gelehrt, das England unsere freunde sind. Aber sie sind es NICHT. Es sind noch immer unsere Feinde, denn sie lehnen es weiterhin ab, dass sie einen Friedensvertrag mit und schließen. Und sie stellen sich IMMER quer, wenn es um unseren Vorteil geht.

    Wen es interessiert, der informiere sich einfach über die Rolle, die die Briten anlässlich der Wiedervereinigung gespielt haben.

    Aber die Franzosen sind offensichtlich schlauer. Seit vielen Jahren betreiben sie sehr aktiv Projekte für den deutsch / französischen Jugendaustausch und auch jetzt schlagen sie sich eindeutig auf unsere Seite. Und-- sie sprechen endlich das aus, was fast alle Deutschen von den Engländern wirklich denken.

    Danke Frankreich

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