Schlampige Ermittlungen
US-Börsenaufsicht hätte Madoff stoppen können

Im größten Betrugsfall an der Wall Street gerät die US-Börsenaufsicht unter Druck. Ein interner Ermittler hat schwere Fehler der SEC bei der Überprüfung der Geschäfte des Finanzjongleurs Bernard Madoff ausgemacht. Die Chefin der Aufsicht räumte Versäumnisse ein, wies aber zugleich darauf hin, dass bereits Konsequenzen gezogen worden seien.

HB NEW YORK. Die US-Börsenaufsicht SEC ist innerhalb von 16 Jahren sechsmal vor den Geschäften des Mega-Schwindlers Bernard Madoff gewarnt worden. Wie der Generalinspektor der Börsenaufsicht, David Kotz, nach Angaben des "Wall Street Journals" sagte, habe die Behörde auch wegen unzureichend ausgebildeter Mitarbeiter zahlreiche Chancen versäumt, den Schwindel auffliegen zu lassen. Die Kontrollen seien zudem „mangelhaft vorbereitet“ gewesen. Nach Kotz' Angaben hatte der SEC bereits 1992 erste Hinweise erhalten.

Die Zeitung schreibt von mehreren glaubwürdigen und konkreten Hinweise auf die illegalen Geschäfte Madoffs. Die SEC habe dieser aber nicht zur Kenntnis genommen. Notwendige und grundlegende Untersuchungen, um dem milliardenschweren Schneeballsystem Madoffs rechtzeitig auf die Schliche zu kommen, seien ausgeblieben, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Hinweise auf unrechtmäßige Verbindungen von Mitarbeitern der Börsenaufsicht und Madoff gebe es aber nicht.

Die Chefin der Börsenaufsicht, Mary Schapiro, sagte in einer Erklärung am Mittwoch, die Behörde bedauere, dass zahlreiche Gelegenheiten, den Schwindel aufzudecken, nicht genutzt worden seien. Die Börsenaufsicht habe als Reaktion auf den Fall Madoff bereits Veränderungen in ihrer Vorgehensweise unternommen. Dazu zähle auch der Einsatz von besser ausgebildeten Mitarbeitern.

Madoff hatte sich im März schuldig bekannt, ein gigantisches Schneeballsystem betrieben zu haben. Damit soll er Anleger um 65 Mrd. Dollar (46 Mrd Euro) geprellt haben. Ende Juni wurde er zu einer Haftstrafe von 150 Jahren verurteilt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%