Schlechte Konditionen und zu ürokratischer Umgang mit Steuersündern
Schweizer Bankkunden trauen Eichels Steueramnestie nicht

Schweizer Bankunden trauen der Steueramnestie von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) offenbar nicht. Wie Schweizer Steuerberater dem Handelsblatt sagten, sind bislang schätzungsweise nicht mehr als 200 Mill. Euro in die deutschen Staatskassen geflossen. Hoffnungen des deutschen Fiskus auf Milliardeneinnahmen, vor allem aus in der Schweiz geparktem Schwarzgeld, scheinen sich nicht zu bewahrheiten.

HB ZÜRICH. Beteiligte machen schlechte Konditionen und einen bürokratischen Umgang mit den reuigen Steuersündern für den Misserfolg verantwortlich. Conrad Schwyzer von der Bank Sarasin in Basel sagte dem Handelsblatt, es hätten sich zwar viele Kunden informiert. „Unterm Strich hat sich jedoch nur eine kleine Minderheit dazu entschlossen, das Amnestieangebot wahrzunehmen“, sagte der Leiter des Bereichs Private Banking bei Sarasin.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigt die bislang maue Einnahmenentwicklung. Bis Ende August seien 318 Mill. Euro bei den Finanzämtern eingegangen – ursprünglich hatte das Bundesfinanzministerium mit fünf Mrd. Euro aus der Amnestie gerechnet. Die Amnestie gilt noch bis 31. März 2005; die günstigen Bedingungen laufen allerdings zum Jahresende aus. Denn sofern sich Steuersünder noch in diesem Jahr outen, werden 25 Prozent auf die hinterzogenen Einnahmen fällig, anschließend sind es 35 Prozent.

„25 Prozent sind nicht wirklich ein Anreiz zur Steuerehrlichkeit“, sagte Thomas Kalbermatten, Bankanalyst bei Credit Suisse First Boston. Schweizer Privatbankiers bestätigen seine Einschätzung. Interesse bei Kunden gebe es punktuell, die Umsetzung in den Finanzämtern aber sei abschreckend.

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