Schlechte Wirtschaftslage

Standard & Poor's kritisiert Frankreich

Die Ratingagentur Standard & Poor's fordert mit Blick auf die schlechte Wirtschaftslage Frankreichs die Durchsetzung von Reformen. Präsident Hollande sieht den Grund für die negativen Daten auch bei den Deutschen.
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Frankreichs Präsident Francois Hollande muss in seinem Land hohe Arbeitslosenzahlen wie noch nie beklagen. Quelle: dpa

Frankreichs Präsident Francois Hollande muss in seinem Land hohe Arbeitslosenzahlen wie noch nie beklagen.

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ParisDie schlechten Wirtschaftsdaten in Frankreich beunruhigen seit Monaten die Euro-Partner. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) mahnte jetzt erneut mehr Reformanstrengungen an. „Frankreich muss den Beweis erst noch erbringen, dass es auch auf der Ausgabenseite konsolidieren kann“, sagte S&P-Chefanalyst Moritz Kraemer der Tageszeitung „Die Welt“ (Montag). Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass es der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht auch gelingen könnte, an die Staatsausgaben heranzugehen. „Dazu bräuchte es aber einen breiten Konsens - und bisher ist kein Druck da, der den befördern würde“, kommentierte Kraemer.

Gleichzeitig haben die sowieso hohen Arbeitslosenzahlen in Frankreich einen neuen Rekordhochstand erreicht. Ende Juli waren 3,29 Millionen Menschen ohne Job. Die Quote lag nach Vergleichszahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat bei 11,0 Prozent, in Deutschland hingegen nur bei 5,3 Prozent.

Die im Vergleich zu Deutschland hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich hat nach Ansicht von Präsident François Hollande auch etwas mit der höheren Geburtenrate zu tun. In Frankreich kämen mehr junge Menschen auf den Arbeitsmarkt, sagte der Staatschef am Sonntagabend in einem Fernseh-Interview. Man beschwere sich nicht darüber, Frankreich müsse aber deswegen mehr Wachstum generieren. Als weiteren Grund für die großen Unterschiede nannte Hollande die höhere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Daraus müssten Konsequenzen gezogen werden. Man sei kurz vor dem Ziel, eine Trendwende zu erreichen, sagte Hollande zu den Arbeitslosenzahlen.

Bei der Geburtenrate steht Frankreich hingegen gut da. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern bekommen Frauen in Frankreich im Schnitt noch immer zwei Kinder. In Deutschland lag die Rate zuletzt nur noch bei 1,36 Kindern pro Frau. In der Bundesrepublik wird deswegen ein Bevölkerungsrückgang, in Frankreich ein weiterer Zuwachs erwartet.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Schlechte Wirtschaftslage: Standard & Poor's kritisiert Frankreich"

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  • Die Ausländer werden dort wie Vieh gehalten. Was ist das für ein Schwachsinn?

    Das ist nichts anderes als normaler, sozialer Wohnungsbau. Was wollen Sie, Schlösser für Sozialhilfeempfänger in den besten Lagen? Das Problem, dass sich stellt, sind die Jugendlichen, die unkontrollierbar sind (auch von den eigenen Leuten) und so einiges kaputtmachen bzw. die Quartiers kontrollieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Man gehe in die Vororte von Paris, Lyon, Marseille, Bordeaux und sehe sich die "vorbildliche" Integration an...

    Die Ausländer in Frankreich werden dort wie Vieh gehalten, die Kriminalität steigt ins Unermessliche. Hollande hofft doch, dass die SPD die Wahl gewinnt, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit leidet und hinter der der Franzosen zurückfällt.

  • In Frankreich ist es selbstverständlich, daß die Frauen innerhalb weniger Wochen/Monate nach der Geburt wieder arbeiten. Die Kinder werden bis einschließlich Grundschule solange betreut, wie die Eltern arbeiten. Also auch Nachmittags.
    Die Karriere leidet also nicht unter Kindern. Und die finanzielle Förderung ist erheblich besser als in Deutschland.

  • ...also ihr jungen deutschen Männer, auf gehts ihr faulen Säcke !

  • Die hohen Geburtenraten in F kommen im Wesentlichen von Migranten, die selbstverständlich vorbildlich integriert und bestens ausgebildet sind.

    Noch Fragen?

  • Es kommt allerdings weniger auf die Zahl, als auf die Qualität der Kinder an.

  • Die Franzosen wissen es noch nicht, aber eins ist klar: wenn es die "Vereinigten Staaten von Europa" gibt, eine voll ausgebaute Fiskalunion, etc., dann bezahlen die Franzosen die deutschen Pensionen. Das hatten die sich aber anders gedacht. Ich freu mich schon. So schnell kann ein "politisches Projekt" auch für Frankreich nach hinten losgehen...

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