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Schlechter Juli: Die düstere Wahrheit hinter den US-Arbeitslosenzahlen

Die größte Volkswirtschaft der Welt ist arbeitslos. Ihre hohe Erwerbslosenquote sinkt zu langsam. Und der Wert verschleiert die wahren Probleme. Die Regierung ist ratlos. Ein Beschäftigungswunder ist nicht in Sicht.

Ein Beschäftigungswunder ist in den USA nicht in Sicht. Quelle: Reuters
Ein Beschäftigungswunder ist in den USA nicht in Sicht. Quelle: Reuters

WashingtonSeit Monaten ist es dasselbe Spiel. An jedem ersten Freitag des Monats legt die US-Regierung ihre Arbeitslosenstatistik vor. Und innerhalb von Minuten verfallen Wirtschaftsexperten und Reporter in lautes Wehklagen: Die Zahl neuer Stellen zu gering, die Konjunktur zu flau - und Präsident Barack Obama deswegen praktisch abgewählt, meinen sie. Die Arbeitslosenquote ist zum allumfassenden Gradmesser für die Lage eines Landes geworden, dessen Wirtschaft zu 70 Prozent vom Konsum der Bürger abhängt. Dabei gibt der Wert nicht einmal Aufschluss darüber, wie düster die Situation tatsächlich ist.

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Wenige Tage, nachdem Obama Anfang 2009 ins Weiße Haus einzog, schoss die Arbeitslosenquote erstmals seit Anfang der 80er Jahre über acht Prozent. Sie kletterte danach bis auf zehn Prozent und fiel dann wieder. Aber auf einen Wert mit einer Sieben oder gar einer Sechs vor dem Komma wartet der Präsident vergeblich. Er weiß, mit einer solch hohen Quote wie den aktuellen 8,3 Prozent wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bislang noch kein Amtsinhaber wiedergewählt.

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Doch vermutlich weiß er auch, dass alles noch viel schlimmer sein könnte. Denn der Wert läge heute eigentlich bei vernichtenden elf Prozent, hätten sich nicht in den vergangenen Jahren nach Schätzungen von Ökonomen rund drei Millionen Amerikaner freiwillig vom Arbeitsmarkt verabschiedet. Die sogenannte Beteiligungsquote am Arbeitsmarkt sank unter Obama von 65,7 auf 63,7 Prozent. Zuletzt hatte sich 1980 ein so kleiner Anteil der Einwohner in den USA um Arbeit bemüht.

Manche sehen keine Chance mehr auf einen Job und haben die Suche aufgegeben. Andere sind wegen der düsteren Wirtschaftslage vorzeitig in Rente gegangen. Für die Berechnung der Quote werden sie nicht mehr berücksichtigt, und das verfälscht das Bild. Viele Experten fordern daher, mit einer Statistik zu arbeiten, die wenigstens diejenigen Entmutigten erfasst, die sich vorstellen könnten, zu arbeiten, auch wenn sie nicht aktiv suchen. Diese sogenannte U-6-Quote wird auch gemessen: Sie liegt bei riesigen 15,0 Prozent. Ein Wert, den die Regierung lieber verschweigt.

  • 05.08.2012, 17:09 UhrWFriedrich

    Hinweis: Die Auffassung scheint im Widerspruch zu Keynes zu stehen. Keynes regt zeitweiliges Verschulden zwecks des Ankurbelns der Konjunktur an. Dies trifft aktuell weder in USA noch Europa zu. Die Geldneuschöpfung stärkt nicht die Breitennachfrage nach Gütern, sondern plustert die Bewertung auf - insbesondere von Aktien und regional von Immobilien. Wegen dieser Fehlallokation bleiben bisher überall die Erfolge bei der Krisenüberwindung aus.

  • 05.08.2012, 11:56 Uhrmargrit117888

    george.orwell
    Die Gehirnwäsche am Vol, vor allem durch die Grünen zeigt halt Wirkung
    Wir gehen eben politisch korrekt in den Untergang

  • 05.08.2012, 10:23 UhrDerBernd

    @ ObamaBasher und Steuerschaetzer
    Sachlich denke ich, liegen Sie völlig richtig aber wahrhaben will es keiner.

    Doch Obama trifft m.E. die geringste Schuld. Unter Clinton kam das Strohfeuer so richtig zum Brennen. Sah zunächst gut aus. Dann kam Bush Junior hat alle wirtscahflichen Chancen vertan und das Land mit unsinnigen Kriegen hoch verschuldet.

    Obama findet vielleicht nicht die richtigen Gegenmittel aber wenn Romney dran kommt, erleben wir Bush junior 'reloded'. Danach 'hätten die USA fertig'!

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