Schlimmster Bombenserie in Bagdad seit Jahresbeginn
Bis zu 150 Tote bei Terroranschlägen in Bagdad

In der irakischen Haupstadt Bagdad sind bei der folgenschwersten Anschlagserie seit Jahresbeginn am Mittwoch bis zu 150 Menschen getötet worden. Alleine im Stadtteil Kadhimija starben über 80 Menschen als sich ein Selbstmordattentäter in einem Pulk von Menschen in die Luft sprengte. Mehr als 160 Personen wurden verletzt.

HB BAGDAD. Im Schiiten-Stadtteil Kadhimija sprengte der Selbstmordattentäter inmitten einer Menge von Tagelöhnern, die auf Arbeit warteten, ein Auto in die Luft. Alleine bei diesem Anschlag starben nach offiziellen Angaben mehr als 80 Zivilisten, mehr als 160 weitere Iraker wurden verletzt. Die Explosion ereignete sich unweit der Aimma-Brücke, auf der bei einer Massenpanik am 31. August mehr als 1000 Menschen gestorben waren.

Bis zum Nachmittag explodierten im Stadtgebiet noch neun weitere Autobomben. Zu den Anschlagzielen zählten nach Angaben von Augenzeugen und Reportern vor Ort eine Brennstoff-Verteilungsstelle im Norden der Stadt, zwei US-Militärkonvois und Angehörige der irakischen Nationalgarde.

Auf einer Islamisten-Internetseite tauchte unterdessen ein Bekennerschreiben im Namen der Terrorgruppe El Kaida im Zweistromland des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi auf. In der Botschaft heißt es nur, „die Löwen der Einheit Gottes“ seien ausgezogen, um Anschläge in Bagdad und anderen irakischen Städten zu verüben. Das Resultat dieser Anschläge werde später bekannt gegeben. Die Extremisten stellten die Selbstmordattentate als Reaktion auf die Ende vergangener Woche begonnene Offensive der irakischen und amerikanischen Truppen in Tel Afar dar.

In der nordwestlich von Bagdad gelegenen Kleinstadt Tadschi holten Aufständische in Militäruniformen am frühen Mittwochmorgen Angehörige des Stammes der Beni Tamim aus ihren Häusern. Sie verbanden ihnen die Augen und erschossen 17 Männer auf einem Platz.

Ein führendes Mitglied der Bewegung des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr gab den US-Truppen und den Anhängern des alten Regimes von Saddam Hussein die Schuld an den Anschlägen. Scheich Abdul Hadi al-Daradschi sagte auf Anfrage: „Diese Terrorakte sind Teil der Verbrechen der Überreste des Saddam-Regimes, und die Besatzungstruppen sind verantwortlich für die fehlende Sicherheit im Irak, was diese Anschläge erst ermöglicht.“

Die Zeitung „Okaz“ berichtete unterdessen, kurdische Sicherheitskräfte hätten im Nordirak zwei Saudis festgenommen, deren Namen auf einer im vergangenen Juni in Riad veröffentlichten Liste der 36 meistgesuchten El-Kaida-Terroristen des Landes standen. Die beiden Männer hätten sich Terroristen im Irak anschließen wollen, seien aber schon beim Grenzübertritt gefasst worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%