Schmerzhafte Reformen
Chinas Vize-Premier will Wirtschaftsmodell umkrempeln

Noch ist er stellvertretender Ministerpräsident Chinas, doch Li Keqiang wird schon für höhere Ämter gehandelt. Jetzt macht er international auf sich aufmerksam und ruft zu entschlossenen Wirtschaftsreformen auf.
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PekingDer für höhere Ämter gehandelte stellvertretende chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat zu entschlossenen Reformen in seinem Land aufgerufen. Der Wandel im Wirtschaftsmodell habe eine kritische Phase erreicht und dürfe nicht verzögert werden, sagte Li am Sonntag auf einer Wirtschaftskonferenz, an der auch IWF-Chefin Christine Lagarde teilnahm. „Die Reformen befinden sich in rauem Fahrwasser“, sagte Li, der als Nachfolger von Ministerpräsident Wen Jiabao im Gespräch ist.

Die chinesischen Kommunisten stehen in diesem Jahr vor einem weitreichenden Führungswechsel. Li kündigte eine zielgerichtetere und flexiblere Politik mit dem Ziel an, das relativ starke Wirtschaftswachstum beizuhalten und Preisstabilität zu garantieren. Reformen des Steuersystems, im Finanzsektor, bei der Preisfindung und der Einkommensverteilung sollten zu einer Stärkung der Marktkräfte genutzt werden.

Regierungschef Wen hatte zum Ende der Sitzung des Parlaments die Wachstumsprognose der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt auf 7,5 nach acht Prozent zurückgenommen. Wen rief zugleich dazu auf, die Verlangsamung des Wachstums zu bekämpfen, um eine Schwächung der chinesischen Wirtschaft zu vermeiden. Planungschef Zhang Ping sagte auf der Konferenz am Sonntag, die Fortsetzung einer Politik des schnellen Wachstums sei der Schlüssel zur Zukunft Chinas.

Eine ständige und vor allem schnelle Zunahme der Wirtschaftsleistung sei Voraussetzung für die Lösung aller Probleme des bevölkerungsreichsten Landes der Erde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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