Schnelle Eingreiftruppe

Nato plant Abwehrmaßnahmen gegen Russland

Die Außenminister der Nato-Staaten diskutieren Abwehrmaßnahmen gegen mögliche russische Attacken. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe. Das Bündnis wirft Russland zudem Waffenlieferungen vor.
Update: 02.12.2014 - 13:38 Uhr 10 Kommentare
Die Nato will eine superschnelle Einsatztruppe aufbauen. Quelle: dpa

Die Nato will eine superschnelle Einsatztruppe aufbauen.

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Brüssel/AnkaraMit Blick auf die Ukraine-Krise wollen die Außenminister der 28 Nato-Staaten am Dienstag in Brüssel neue Abwehrmaßnahmen gegen mögliche Bedrohungen aus Russland auf den Weg bringen. Im Mittelpunkt steht dabei der Aufbau einer superschnellen Eingreiftruppe.

Sie soll innerhalb weniger Tage verlegt werden können – etwa nach Polen oder in die Bündnisstaaten im Baltikum. Länder wie Litauen fühlen sich besonders von der russischen Interventionspolitik in Nachbarstaaten bedroht. Die neue Eingreiftruppe, die unter anderem vom Deutsch-Niederländischen Korps in Münster gestellt wird, soll 2016 einsatzbereit sein.

Zudem verstärkt die Nato die Unterstützung für die Ukraine und schließt auch eine Mitgliedschaft des Landes nicht aus, wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel deutlich machte. Russland reagierte darauf mit der Ankündigung neuer Marinemanöver.

Die Anwesenheit von Zerstörern und Raketenkreuzern werde die „internationale Sicherheit erhöhen“, verlautete aus Moskau. Der Westen sieht das anders und hatte zuletzt eine russische Marineübung im Ärmelkanal kritisiert.

Das westliche Bündnis hat Russland zudem umfangreiche Waffenlieferungen an die prorussischen Separatisten in der Ostukraine vorgeworfen. Die Rebellen würden mit Panzern, Flugabwehrsystemen und anderen schweren Waffen ausgerüstet, hielten die Außenminister der Nato und der Ukraine der Führung in Moskau in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag vor.

Die Nato verurteilte Russlands militärische Aufrüstung auf der Krim und die sich verschlechternde Menschenrechtslage auf der annektierten Halbinsel. Das russische Vorgehen gefährde die Sicherheit der Ukraine und habe ernsthafte Auswirkungen auf die Stabilität und Sicherheit in der gesamten europäischen Atlantikregion. Die Außenminister äußerten sich in diesem Zusammenhang auch besorgt über die von Russland geplante weitere Aufrüstung im Schwarzen Meer.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstrich nach den Beratungen mit den Außenministern erneut, dass es allein Entscheidung der Ukraine sei, ob sie sich für einen Nato-Beitritt bewerben wolle. Russland ist strikt gegen einen solchen Beitritt. Die Regierung in Moskau bestreitet zudem, die Separatisten in der Ostukraine mit Waffen zu beliefern.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Schnelle Eingreiftruppe: Nato plant Abwehrmaßnahmen gegen Russland"

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  • Nato steht fuer Provokation,Katastrophen,Menschenleid,misslungene Kriegsabenteuer, Missachten von Ordnung+Menschenleben+Ethik+Moral.

    Das provokative Vorgehen+der agressive NatoTon ist ganz gut zu verstehen weil Ukraine sieht aus als wieder ein verlorener Krieg,geplant v/d US-NatoKriegsPlanern.Die Liste der US-NatoFehlKriege lautet schon Lybien,Irak,Afganistan,Somalia,Ukraine,Syrien,Kosovo,Yemen,Georgien,mit vielen Menschenrechtsverletzungen+immensen Fluechtlingstroemen.Geldsummen belaufen sich auf Hunderten v Miliarden Euro fuer EU.Vielleicht wachen EU-NatoMinister jetzt auf das Alles wieder ganz schief gelaufen ist.Man hat einfach USA-WeltKriege finanziert,Folge verlorenes Ansehen i/d Welt als Marionnet-Kriegstreiber v USA,sichselbst beschaedigend in Wirtschaftsinteressen+historischen Wachstumschancen.Europa Untergang bringend statt Wohlstand.Fuer diese Politik sollte man die EU-NatoMinister sofort entlassen. Ueberall wo die Nato aktiv war versinken Laender+Regionen im Chaos

  • an Paul Müller
    Ihre Aufzählung könnte man noch wesentlich erweitern, z.B. ungeklärte Morde auf dem Maidan, ungeklärte Morde an 300 Passagieren des Fluges MH17 usw...usw...

  • Herr klein, sie sind natuerlich vor Ort und haben diesen Unsinn denn Sie hier schreiben auch mit eigenen Augen gesehen?

  • Die Angst mancher Leute vor Russland ist nachvollziehbar.
    Diese Leute hatten doch erst kürzlich ein russisches U-Boot vor Schweden gesehen, angeblich. Ok, ein Nato-Offizier meinte im Nachgang, das es auch auch "Taucher mit Unterwassermoped" gewesen sein könnte.
    Aber in jedem Fall ist es wichtig, das solch "harte Beweise" durch die deutschen Medien aufgegriffen und publiziert werden. Es sind übrigens die gleichen Medien, die behaupten, ein Wertverlust von 16000 Euro von Auto A wäre geringer als ein Wertverlust von 6000 Euro von Auto B. Es sind auch die gleichen Medien, die eine Verteidigung von Google per Artikel zur "Chefsache" machen, in dem Briefe amerikanischer Regierungsmitglieder publiziert werden, die den Deutschen das vorwerfen, was die Amerikaner selbst tun in dem Suchergebnisse manipuliert werden - den freien offenen Handel zum Eigen Vorteil behindern. Es sind die gleichen Medien, dessen Vertreter gern mal am Tisch von Lobbyisten wie der Atlantik-Brücke sitzen ...
    Die Angst kann ich wie gesagt verstehen. Aber evtl. hilft da keine Eingreiftruppe, sondern ein Arzt.

  • Der Aggressor plant Abwehrmaßnahmen. Erinnert mich an: Ab fünf Uhr wird zurück geschossen. Dieser Herr hat Rußland auch unterschätzt obwohl er militärisch deutlich mehr drauf hatte als Frau Merkel und Frau v.v. Leyen.

  • Russland bedroht niemanden! Um Russland haben die USA/NATO HUNDERTE MILITÄRSTÜTZPUNKTE. Die Russen haben einen einzigen in Syrien. Das war's.
    Erzählen Sie das anderen, wer hier wen bedroht.
    Was die Ukraine anbelangt, haben Sie wohl von deren Geschichte keine Ahnung! Ihre Narrative sind konstruiert und unglaubwürdig. Westliche Mainstreampropaganda zur Verdummung der Massen.
    Im übrigen nehme ich an, Sie gehören hier zu den EU-Trollen. Ihnen gefällt nicht, wenn Ihr "betreutes Denken" nicht reüssiert. Da kann ich Ihnen nicht helfen. Aber immerhin haben Sie doch einen gut bezahlten Job. Und Gesinnung macht immer schön frei...

  • Womit sollte Russland denn angreifen? Mit Panzern, die 40 Jahre alt sind? Mit Flugzeugen, die aktuell entmottet werden?

    Aber sie reichten, um die Krim zu annektieren, Mariupol zu besetzten und die "Volkswehr Neurusslands" militärisch zu unterstützen.

    Und es reicht auch, um die Ukraine zu destabilisieren, Moldawien, Georgien und Litauen zu bedrohen.
    Und es reicht auch, die EU weiterhin zu bedrohen.

  • Die Bildung der "Speerspitze" war schon vor der letzten Sitzung der Nato im Sept. beschlossene Sache. Bremsklotz für Deutschland ist der Parlamentsvorbehalt. Aber ich bin mir sicher, je mehr man die unglaubliche Aggressivität Russlands immer wieder thematisiert(soweit ich mich erinnern kann, steht der Russe schon 60 Jahre vor unserer Tür), wird die Rechtslage kein Hinderungsgrund mehr sein. Sei es Grundgesetz oder Völkerrecht.

  • Die NATO spinnt! Womit sollte Russland denn angreifen? Mit Panzern, die 40 Jahre alt sind? Mit Flugzeugen, die aktuell entmottet werden? Die wenigen modernen Systeme, über die Russland verfügt und sich wird leisten können reichen gerade mal, um Russland zu verteidigen!
    Die NATO ist ein aggressives Bündnis geworden, das die Brzezinski-Dogmen ausführt. Und die Europäer sind so blöde, das mitzumachen. Funktionäre eben, die von Geopoliltik völlig unbeleckt sind. Wenn ich an Erika und Larve denke, wird mir speiübel! Widerlich!

  • Russland droht mit weiteren Seemanövern
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    Es würde die "internationale Sicherheit" erhöhen, sagt Putin.
    Durch die Anwesenheit der Nato fühlt sich Putin bedroht.

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