Schnellere Ausbildung

EU will Jugendlichen ein Jobangebot garantieren

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit treibt die EU-Länder um. Nun soll eine „Jugendgarantie“ der Staats- und Regierungschefs für schnelle Ausbildung sorgen. Mehr Geld gibt es allerdings zunächst nicht.
10 Kommentare
Das EU-Parlament findet es nicht akzeptabel, dass die heutige Generation junger Menschen die erste in Europa sei, die schlechtere Aussichten habe als ihre Eltern. Quelle: dpa

Das EU-Parlament findet es nicht akzeptabel, dass die heutige Generation junger Menschen die erste in Europa sei, die schlechtere Aussichten habe als ihre Eltern.

(Foto: dpa)

ParisMit einer „Jugendgarantie“ wollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die ausufernde Jugendarbeitslosigkeit rasch bekämpfen. Jungen Menschen solle eine schnelle Perspektive zur Integration in den Arbeitsmarkt geben werden, sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Dienstag in Paris nach einem Treffen der europäischen Spitzen. Die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verwies dabei auf die Verantwortung einzelner Staaten. „Die Zukunftsfähigkeit des Kontinents entscheidet sich an der Frage, welche Perspektive wir den jungen Menschen geben können“, sagte Merkel.

Die Kanzlerin und ihre Kollegen waren auf Einladung Hollandes nach Paris gekommen. Bereits im Juli hatte eine solche Gipfelrunde in Berlin gemeinsame Aktionen diskutiert. In der EU ist etwa jeder vierte junge Mensch ohne Job. Während die Quote in Deutschland bei knapp acht Prozent liegt, sind in Griechenland und Spanien mehr als die Hälfte der bis zu 25-Jährigen arbeitslos. Nach französischer Rechnung sollen bis zum Jahr 2015 insgesamt 45 Milliarden Euro aus europäischen Töpfen gegen Jugendarbeitslosigkeit mobilisiert werden.

Hollande sagte, es gehe um die Zukunft einer Generation, „die seit Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen ist“. Sechs Millionen junge Menschen ohne Job seien „viel zu viel“. Neben Ausbildung und Eingliederung in das Arbeitsleben sollten auch Unternehmensgründungen vereinfacht werden. Nun komme es auf „rasches Handeln, Solidarität und Qualität der Perspektiven“ an, sagte Hollande.

Merkel forderte die Regierungen auf, rasch ihre Pläne für die notwendige Finanzierung auf europäischer Ebene vorzulegen. Zudem sollten die Voraussetzungen für Wachstum in den Ländern verbessert werden: „Ohne Wachstum schaffen wir keine Arbeitsplätze.“

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an, die EU werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, „damit es keine verlorene Generation gibt“. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy forderte weitere Arbeitsmarktreformen in den EU-Staaten. Dies werde auch jugendlichen Arbeitslosen helfen. Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite kündigte an, das Thema werde beim Gipfel zum Ende der EU-Ratspräsidentschaft ihres Landes eine zentrale Rolle spielen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) nannte es „nicht akzeptabel, dass die heutige Generation junger Menschen die erste in Europa ist, die schlechtere Aussichten hat als ihre Eltern“.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mahnte konkrete Schritte an. „Solche Gipfel dürfen nicht zum Politik-Ersatz werden“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem „Tagesspiegel“. Barbara Fabian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Brüssel warnte davor, falsche Erwartungen zu wecken. Eine Jugendgarantie mit Ausbildung oder Arbeit binnen vier Monaten könne „von den betroffenen Krisenstaaten gar nicht erfüllt werden“.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Schnellere Ausbildung - EU will Jugendlichen ein Jobangebot garantieren

10 Kommentare zu "Schnellere Ausbildung: EU will Jugendlichen ein Jobangebot garantieren"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Nach französischer Rechnung sollen bis zum Jahr 2015 insgesamt 45 Milliarden Euro aus europäischen Töpfen gegen Jugendarbeitslosigkeit mobilisiert werden.
    [...]
    Merkel forderte die Regierungen auf, rasch ihre Pläne für die notwendige Finanzierung auf europäischer Ebene vorzulegen."
    ---
    Für mich liest sich das so:

    Nach französischer Rechnung sollen bis zum Jahr 2015 insgesamt 45 Milliarden Euro aus deutschen Steuergeldern gegen Jugendarbeitslosigkeit mobilisiert werden.
    [...]
    Merkel forderte die Regierungen auf, rasch ihre Pläne für den notwendigen Geldbedarf aus deutschen Steuerkassen vorzulegen.

    Und Jobgarantie? Sorry, aber ein Großteil der Schulabsolventen (wenn sie denn überhaupt einen Abschluß haben), sind so tumb, die dürfen bei mir nicht mal die Entwicklerschalen spülen, von anspruchsvolleren Arbeiten ganz zu schweigen.
    Wer nicht die Voraussetzungen für eine Lehrstelle oder einen Job erfüllt, bekommt eben keine(n). Da kann der Staat oder die EU noch so sehr möchtegerngarantieren.

  • Maoist, ein als Student derartig überzeugter Maoist bleibt immer ein Maoist:
    http://www.youtube.com/watch?v=gmTOo6avlZ0
    Wenn es so weitergeht müssen wir in der EU bald alle den grauen Kittel von Mao tragen.

  • Und warum hat dieser sozialistische Jakobiner nicht in Portugal dafür gesorgt, dass es keine "verlorene Generation" gibt? Antwort:
    Weil er und die anderen aus dem Politbüro für das Desaster verantwortlich sind.

  • EU will Jugendlichen ein Jobangebot garantieren
    ------------------------------------------------
    Dann doch sicher im EU-Parlament. Jetzt wissen wir endlich, warum das Parlament so groß ist.

    Barroso will, dass es in Europa keine "verlorene Generation" gibt.
    -----------------------------------------------
    Und warum hat dieser sozialistische Jakobiner nicht in Portugal dafür gesorgt, dass es keine "verlorene Generation" gibt?

  • Inhaltsleerer Text. Mit welchen Angeboten ? Welcher Lohn ? Wer zahlt ? Was ist mit denen, die sich verweigern ? Wasd ist eigentlich mit den über 50 Jährigen ? Die Eu muss umdenken, Nationale Währungen zurück, Wirtschaftliche Freiheit und Haftung für die einzelnen Staaten. Die EU sollte umgebaut werden, eine europäische Freihandelszone mit Freizügigkeit und ohne Transfers. Sozialleistungen nur im Staat der Staatszugehörigkeit.

  • Die Ursache der Krise mit der hohen Jugendarbeitslosigkeit muss bekämpft werden. Die Ursache liegt in der Zentralisierung der Euro-Länder. Um der Jugend Perspektiven zu eröffnen, müssen umgehend die nationalen Währungen wieder eingeführt werden. National heißt nicht Faschismus. Da müsste ja nahezu die gesamte Welt faschistisch sein.

    Mit zunehmender Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigem Wirtschaftswachstum in den einzelnen Ländern, löst sich das Problem mit der hohen Jugendarbeitslosigkeit von selbst. Politiker schaffen keine neuen Arbeitsplätze. Wo keine Arbeit geschaffen wird, können eben keine Arbeitsplätze vergeben werden.

  • "EU will Jugendlichen ein Jobangebot garantieren"

    1. Als WAS ?
    2. Wieviel kostest das?
    3. Wer soll zahlen?
    4. Wieviel % Provision verbleibt bei den "Vermittlern"
    Konsequenz:
    5. Euro abschaffen
    6. Zurück zum Nationalstaat
    7. Politiker und deren Handlanger in den Knast.


  • ...wahrscheinlich soll dieser Nonsense dann mit einer europäischen Solidaritätsabgabe finanziert werden. Dagegen kann ja keiner was haben, es geht ja um die Rettung "der Jugend".

  • Was für ein elender Unsinn. Was soll denn nach der Jugendgarantie kommen? Wahrscheinlich die Bürgergarantie und dann die Rentnergarantie. Bezahlt werden soll das wahrscheinlich dann mit frisch gedrucktem Draghi-Geld.

  • Zitat : „Die Zukunftsfähigkeit des Kontinents entscheidet sich an der Frage, welche Perspektive wir den jungen Menschen geben können“, sagte Merkel.

    - und die Sicherheit mit Wohlstand des Kontinents entscheidet sich an der Frage, ob die Sonne mit dem Mond ihre Plätze tauschen und wie wir ihnen dabei behilflich sein können !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%