Schnellstraßen durch Wohngebiete
Dubai kämpft gegen den Verkehrsinfarkt

Die Staus wegen eines nur ungenügend ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs sind in Dubai inzwischen zu einem echten Wachstumshindernis geworden. Das Land begegnet seinem Verkehrsproblem nun mit höheren Investitionen in den Straßenbau. Dabei scheut sich die neu geschaffene Roads & Transport Authority (RTA) auch nicht, vierspurige Straßen durch Wohngebiete auf sechs Spuren zu erweitern.

bfai DUBAI. Aufgeschreckt hat die Behörden die sprunghafte Verschlechterung der Unfallstatistik. Allein in den ersten zwei Monaten von 2006 wurden 48 Verkehrstote gezählt und das bei „nur“ 600 000 Pkw und einer Gesamtbevölkerung von 1,5 Millionen. Noch 2002 waren für das Gesamtjahr 163 Verkehrstote in Dubai zu beklagen. 2006 dürfte dieser Wert bei anhaltendem Trend bereits fast im ersten Halbjahr erreicht werden.

Das gesamte Verkehrsbudget bis 2008 wird von der RTA mit 25 Mrd. Dirham (rund 5,7 Mrd. Euro) angegeben. Davon entfällt mit 15 Mrd. DH der größte Teil auf das Projekt einer Metro in Dubai, für das derzeit die ersten Arbeiten anlaufen. Allerdings wird die Metro nur mittel- bis langfristig Abhilfe schaffen, da der Betrieb erst 2009 aufgenommen werden soll. Mit zwei Hauptstrecken wird die Metro ohnehin nur einen Teil des Personentransportbedarfs abdecken. Eine Erweiterung ist im schnell wachsenden Dubai absehbar bzw. unabdingbar.

In der Zwischenzeit setzt die Regierung auf den Straßenbau. Die Verkehrssituation wird weitgehend als Kapazitätsproblem gesehen. Eine Verbreiterung von Schnellstraßen auch in Wohngebieten gilt als der Königsweg. Besonders auffällig ist dies etwa bei den gehobenen Stadtteilen Jumeira und Umm Suqeim, die sich über rund 15 Kilometer entlang des Strandes ziehen. Die Straße in Strandnähe wird in der Breite zu Lasten der Bürgersteige erweitert, so dass noch mehr Autos mit den auf dieser vierspurigen Strecke erlaubten 80 Stundenkilometern durch die Wohngebiete hindurchfahren können.

Seit Jahresbeginn 2006 sind von der RTA bereits Straßenbauprojekte im Wert von über 800 Mill. DH vergeben worden. So wird die emiratisch-belgische Baufirma Bel hasa Six Construct für rund 400 Mill. DH eine neue Brücke in Garhoud über den Dubai Creek errichten. Insgesamt soll die Zahl der Creek-Brücken von derzeit zwei auf insgesamt sechs wachsen, um dem Nadelöhr des Verkehrs zwischen Dubai und Sharja abzuhelfen. Die lokale Firma Wade Adams Contracting hat das niedrigste Angebot mit 208 Mill. DH für eine Über- und Unterführung der Schnellstraße Sheikh Zayed Road bei Al Sofouh abgegeben. Schließlich hat die emiratisch-britische Firma Dutco Balfour Beatty mit 228 Mill. DH das einzige Gebot für die Erweiterung und Aufwertung der Autobahn Emirates Road zwischen Sharja und Dubai auf einer Strecke von 35 km eingereicht.

Weitere von der RTA geplante Ausschreibungen betreffen zwei neue Autobahnabschnitte, die parallel zur Shaikh Zayed Road zwischen Zaabeel in Kerngebiet Dubais und Jebel Ali verlaufen sollen. Dazu kommen eine Reihe weiterer Autobahnkreuze.

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