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26.11.2007 
Abschreckungsfilm für Afrika

Schockkampagne soll Auswanderer bremsen

Die Europäische Union und die Schweiz haben in afrikanischen Ländern eine Abschreckungskampagne im Fernsehen, im Radio und auf Plakaten gestartet mit dem Ziel, die Bewohner dieser Länder vom Auswandern Richtung Europa abzuhalten.

ZÜRICH/DÜSSELDORF. Wie ein Sprecher des Migrationsamtes in Bern dem Handelsblatt bestätigte, ist dazu unter der Regie und auf Anregung des Schweizer Bundesamts für Migration in den vergangenen Monaten ein Werbefilm produziert worden, der derzeit in Kamerun und Nigeria ausgestrahlt wird und möglicherweise demnächst auch im Kongo zu sehen sein wird.

Seine unmissverständlich Botschaft an die Zuschauer lautet: Bleibt zu Hause, denn Europa ist nicht der Kontinent, wo Milch und Honig fließen.

„Abhauen heißt nicht, ein neues Leben zu beginnen“, lautet der letzte Satz vor dem Abspann. Die Bilder dazu sprechen ihre eigene deutliche Sprache: Ein Telefon klingelt. Irgendwo in einer behaglich eingerichteten Wohnung hebt ein älterer Herr, ein Farbiger, den Hörer ab und hat seinen Sohn an der Strippe, der im strömenden Regen von einem öffentlichen Telefon aus anruft. „Hast Du eine Unterkunft gefunden“, fragt der Vater. „Ja bei Freunden“, antwortet der Sohn, wozu ein schmutziges Lager unter der Brücke eingeblendet wird. „Klappt es mit dem Studium?“, fragt der Vater. „Natürlich“ sagt der Sohn, wozu ein Bild von ihm erscheint, das zeigt, wie er am Straßenrand sitzt, bettelt und später von der Polizei verfolgt und aufgegriffen wird. In dem Stil geht es weiter – eine Minute und 48 Sekunden lang.

Der Film ist Teil einer rund 250.000 Euro teuren Kampagne der EU und der Schweiz mit dem Ziel, das Flüchtlingsproblem möglichst schon am Entstehungsort zu lösen. Der Abschreckungsfilm lief jetzt beispielsweise während der Halbzeitpause in der Übertragung des Fußballländerspiels zwischen der Schweiz und Nigeria im staatlichen Fernsehen des afrikanischen Landes und soll dort auch weiter gezeigt werden. „Es gibt ein großes Emigrationspotential in diesen Ländern und wir wollen aufzeigen, dass hier nicht das Paradies ist“, lautet der Kommentar des Behördensprechers.

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