Schon erstes Tonband soll authentisch gewesen sein
Neues Saddam-Tonband ruft zum Widerstand auf

Zwei arabische Fernsehsender haben am Dienstag ein Tonband ausgestrahlt, auf dem sich angeblich erneut der entmachtete Präsident Saddam Hussein zu Wort meldet. Die Wortwahl erinnert stark an Saddams Durchhalte-Parolen zu Beginn des amerikanisch-britischen Angriffs auf den Irak.

HB/dpa KAIRO/WASHINGTON. So ruft die Stimme alle Iraker - „Sunniten, Schiiten, Araber, Turkmenen und Christen“ - auf, sich am Widerstand gegen die Besatzungsmächte zu beteiligen.

Die Iraker sollten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, heißt es, „um die Invasoren und Besatzer aus dem Land zu drängen. Die Methoden reichten „von Parolen auf der Wand, über die Behinderung der Arbeit der Besatzer, den Boykott beim Kaufen und Verkaufen und friedlichen Demonstrationen bis zum Feuer, das aus den Gewehren, Maschinengewehren und Granatwerfern der gläubigen Jugend kommt“. „Der Sieg kommt“, verspricht die Saddam zugeschriebene Stimme den Irakern. Gleichzeitig ruft sie indirekt dazu auf, mit irakischen „Kollaborateuren“ kurzen Prozess zu machen. Diese sollten „als Feinde Gottes und des Volkes angesehen werden“, hießt es.

Der katarische TV-Sender El Dschasira teilte mit, er wisse nicht, wann das Band aufgenommen worden sei. Die Libanesische Internationale Rundfunk Gesellschaft (LBCI) erklärte, das Tonband, das eine schlechte Tonqualität hat, habe vor der Tür ihres Büros im Hotel „Palestine“ in Bagdad gelegen.

Arabische Beobachter und US-Geheimdienstkreise gehen inzwischen davon aus, dass ein am vergangenen Freitag von El Dschasira ausgestrahltes erstes Saddam-Tonband authentisch war. „Wir können das wegen der schlechten Qualität zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber es (das Band) ist wahrscheinlich echt“, zitierten US-Medien am Dienstag den Sprecher des US-Geheimdienstes CIA, Bill Harlow.

El Dschasira berichtete unterdessen unter Berufung auf einen US-Militärsprecher, in Bagdad seien am Dienstag zwei amerikanische Soldaten verletzt worden, als ein Sprengsatz in ihrem Fahrzeug explodiert sei. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen Angriff oder einen Unfall handelte. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte, einen Angriff bewaffneter Iraker auf eine britische Militärpatrouille. Bei dem Angriff im Norden der Stadt Basra sei ein Soldat am Bein verletzt worden.

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