„Schreckliche Lage“ in N'Djamena
Massenflucht aus dem Tschad

Der Angriff von Rebellen auf die tschadische Hauptstadt N'Djamena hat eine Massenflucht in das Nachbarland Kamerun ausgelöst. In einer dramatischen Rettungsaktion brachten französische Streitkräfte auch zahlreiche Bundesbürger aus der deutschen Botschaft in Sicherheit.

HB N'DJAMENA. Tausende von Flüchtlingen überquerten den Tschari-Fluss, während in der Stadt nach Berichten von Augenzeugen im US- Nachrichtensender CNN eine „schreckliche Lage“ herrschte. Über die Intensität der Kämpfe lagen widersprüchliche Angaben vor.

Französische Streitkräfte in N'Djamena brachten auch zahlreiche Bundesbürger aus der deutschen Botschaft in Sicherheit. Von dort seien auch andere Europäer, die sich in die Vertretung geflüchtet hatten, zum Flughafen gebracht worden, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Insgesamt waren am Sonntag rund 50 Deutsche ausgeflogen worden. Auch die USA evakuierten ihre Botschaft in N'Djamena, wie Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington mitteilte.

Bei einer Dringlichkeitssitzung verurteilte der Weltsicherheitsrat in New York die Rebellenangriffe. In einer Präsidentenerklärung forderte das Gremium am Montag ein Ende der Gewalt und rief zur Unterstützung der tschadischen Regierung auf. Gleichzeitig rief der Rat die Nachbarstaaten zur stärkeren Zusammenarbeit auf, um die Angriffe der bewaffneten Gruppen und ihr Bestreben nach einer gewaltsamen Machtübernahme zu stoppen.

Der tschadische Außenminister Ahmat Allam-Mi drohte dem Nachbarland Sudan mit einer Militärintervention. „Wir werden in den Sudan gehen, wenn das für die Sicherheit des Tschads nötig ist“, sagte Allam-Mi dem französischen Sender RFI. N'Djamena wirft dem Sudan vor, die Rebellen ausgerüstet und bei einem Angriff auf die osttschadische Stadt Adré mit Hubschraubern unterstützt zu haben. Der Sudan weist dies zurück. Die USA forderten den Sudan auf, alle Hilfen für die Rebellen umgehend einzustellen.

Am Wochenende hatte die tschadische Regierung nach eigenen Angaben Angriffe der Rebellen auf den Präsidentenpalast mit Hilfe von Panzern und Kampfhubschraubern zurückgeschlagen.

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