Schreiben an die Nachrichtenagenturen
Entführer des israelischen Soldaten stellen Ultimatum

Die Entführer des israelischen Soldaten Gilad Schalit haben der israelischen Regierung laut einem Telefax ein Ultimatum gestellt.

HB GAZA. Demnach fordern die militanten Palästinenser bis zum (morgigen) Dienstag um 06.00 Uhr Ortszeit die Freilassung von palästinensischen Häftlingen aus israelischen Gefängnissen. Andernfalls müsse Israel „den Preis für die Konsequenzen zahlen“, heißt es in dem Schreiben, das am Montagmorgen Nachrichtenagenturen übermittelt wurde. Konkrete Drohungen wurden nicht ausgesprochen.

Unterdessen sind israelische Truppen am Montagmorgen in den nördlichen Gazastreifen vorgedrungen. Ein Armeesprecher teilte mit, es handele sich um einen begrenzten Einsatz im Sperrgebiet. Die Soldaten sollten nach möglichen Tunneln und Sprengsätzen suchen. Israelische Medien zitierten Augenzeugen mit Berichten, Soldaten hätten in der palästinensischen Ortschaft Bet Chanun Häuser besetzt.

Der Sprecher wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine Militärzensur. Ende vergangenen Jahres hatte Israel einen Grenzstreifen auf palästinensischer Seite zum Sperrgebiet erklärt, um den Abschuss von Raketen auf israelische Ortschaften zu verhindern.

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe erneut zwei Ziele im Gazastreifen angegriffen. Eine Rakete schlug Berichten zufolge in einem Gebäude der militanten Al-Aksa-Brigaden in Gaza ein, eine weitere in einer Lagerhalle in Bet Chanun, die nach israelischen Angaben derselben Gruppe zum Bau und zur Lagerung von Kurzstreckenraketen diente.

Im Süden des Gazastreifens wurden bei einem Schusswechsel mit Soldaten mindestens zwei Kämpfer der regierenden Hamas getötet. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete weiter, eine Gruppe von Hamas-Kämpfern habe das Gebiet des Flughafens in der Nähe der südlichen Stadt Rafah erreicht und sei dort auf die israelischen Einheiten gestoßen. Diese waren vor wenigen Tagen im Rahmen der Offensive zur Befreiung eines entführten Soldaten in den Gazastreifen eingedrungen.

Der militärische Flügel der Hamas-Bewegung sowie die Volkswiderstandskomitees und die Armee des Islams mit Verbindungen zur Hamas haben sich zur Entführung Schalits am 25. Juni bekannt. Sie verlangten am Samstag eine Einstellung der Militäraktion im Gazastreifen sowie die Entlassung von 1.000 Häftlingen aus israelischen Gefängnissen. Erneuert wurde auch eine frühere Forderung nach der Freilassung sämtlicher weiblicher und minderjähriger Palästinenser.

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