Schritt gegen Steuer-Dumping
EU strebt Mindestbesteuerung von Unternehmen an

Ob Amazon, Apple oder Starbucks – einige EU-Staaten locken internationale Konzerne mit günstigen Steuertarifen. Damit könnte indes bald Schluss sein: Die EU-Kommission erwägt eine Untergrenze für die Körperschaftssteuer.
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BrüsselDie Europäische Union vollzieht eine Kehrtwende in der Unternehmensbesteuerung. Die EU-Kommission erwägt erstmals, europaweit eine gemeinsame Untergrenze für die Körperschaftsteuer vorzuschreiben. Das erfuhr das Handelsblatt (Dienstagausgabe) aus EU-Kreisen.

Der Chef der EU-Behörde, Jean-Claude Juncker, kommt am Mittwoch mit den 27 Kommissaren zu einer Orientierungsdebatte über die künftige Unternehmensbesteuerung in Europa zusammen. Dabei werde auch das Thema Mindestbesteuerung eine Rolle spielen, heißt es in den Kreisen. Die Kommission reagiere damit auf eine Forderung Deutschlands und Frankreichs nach einem harmonisierten Mindestsatz in der Körperschaftsteuer.

Bislang wollte die EU lediglich die Bemessungsgrundlage in der Körperschaftsteuer vereinheitlichen. Eine Harmonisierung der Steuersätze lehnten die Mitgliedstaaten strikt ab. Doch unter dem Eindruck der Luxleaks-Affäre hat ein Umdenken eingesetzt. Vergangenes Jahr war bekannt geworden, dass Luxemburg ausländische Unternehmen wie das US-Versandhaus Amazon im großen Stil mit extrem günstigen steuerlichen Vorabsprachen ins Land lockt und damit anderen EU-Staaten massiv schadet.

Deutschland und Frankreich wollen sich das nicht länger bieten lassen. Wenn die Steuersätze auf ein extrem niedriges Niveau gedrückt würden, dann werde der Steuerwettbewerb unfair, hieß es in Kreisen des Bundesfinanzministeriums.

Die EU-Kommission will am 17. Juni einen Aktionsplan zur Unternehmensbesteuerung vorlegen. Bei der Mindestbesteuerung stehe man noch ganz am Anfang, hieß es in Brüssel.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Schritt gegen Steuer-Dumping: EU strebt Mindestbesteuerung von Unternehmen an"

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  • "Schritt gegen Steuer-Dumping"

    Eine Frage: Sind es die Unternehmen oder die Steuerbeamten/Politiker, die die Steuergesetze geschrieben haben?

    Sind es die Steuerbeamten oder Politiker, dann muss man die Schelte auch an die adressieren.

  • @: HB Das soll doch ein Witz sein?
    Der christsoziale Luxemburger ist einer der prominentesten Euro-Retter.

    Der Pate und Euro-Retter.

    J.-C.-Juncker ist einer der Totengräber der Idee vereintes Europa mit gleichen Menschenrechten, guten Einkommen,…
    Schäuble, Merkel, Steinmeier,…. Praktisch die Mehrheit aller Politiker/innen in der BRD und Rest der EU.
    Nur Selbstbediener, Korrupte, Unfähige,….

    Da wird jede echte Mafia nach TV-Beiträgen neidisch.
    Mafia, Triaden,… Chorknaben gegen EU-USA-Israel-Politiker-Mafia.
    Mißbraucht die Staatsorgane für eigene Zwecke.
    Beamte, Angestellte, Polizei,… sind zu Hilfstruppen der Kriminellen in den Parlamenten geworden.

  • "....strebt......."

    Was heißt das ? Hätte schon längst geregelt sein müssen !!!

    Die POLITIK machen nicht unsere Volksvertreter mehr, sondern (nicht alle, aber zu viele) die kompetenzleeren und lobbygesteuerten, geschmierten "Volksvertreter" und deren LOBBY !!!

    EX-Kindermädchen, die heute EINFLUß (als Eigentümer (geerbt, nicht durch LEISTUNG) vieler Medien-AG's & Co) nehmen in unsere Gesellschaft gefährliche Positionen ein !

    Ob diese Kriegsverbrecher im sogenannten 2. Reich, oder diese gierigen Kapital-"Familien" sind nicht wünschenswert mit diesen fragwürdigen, kriminellen "Einfluß" im unseren LAND und im europäischen und in der internationalen Politik !!!

    Warum wir bis heute (eigentlich ein Thema seit vielen Jahren) nichts unternommen wurde, außer fadenscheinige LÜGEN und Ausreden, sind darin begründet !

    Verlogene, unseriöse Politik !!!

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