Schritt soll bei der Befriedung helfen
US-Armee lässt Vertrauten von Extremist Al-Sadr frei

Ein hochrangiger Vertrauten des radikalen Schiitenpredigers Moktada Al-Sadr ist von der US-Armee aus der Haft entlassen worden. Der Schritt könnte der irakischen Übergangsregierung dabei helfen, die aufständischen Gebiete wie geplant noch vor der für Januar geplanten Wahl zu befrieden.

HB BAGDAD. Die US-Armee bestätigte die Freilassung des religiösen Richters Moajad Al-Chasradschi. Gemeinsam mit ihm seien rund 230 Iraker aus dem Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad entlassen worden, sagte ein Sprecher. Al-Sadr hat die Freilassung seiner engsten Berater als Bedingung für einen Waffenstillstand in dem Bagdader Elendsviertel Sadr-City gestellt, wo sich Truppen der Regierung und der US-Armee seit Tagen Kämpfe mit Al-Sadrs Verbündeten liefern. Bis zur Wahl sollen alle Widerstandshochburgen aus den Händen irakischer Rebellen befreit werden.

Verhandlungen der irakischen Übergangsregierung mit Vertretern Al-Sadrs über eine Waffenruhe in Sadr City waren am Vortag zu keinem Ergebnis gekommen. Der irakische Präsident Ijad Allaui fordert, dass Al-Sadrs Mehdi-Miliz ihre Waffen abgibt und abzieht.

„Es sieht so aus, als ob die Amerikaner in ihrer Haltung etwas nachgiebiger würden“, sagte Scheich Mahmud Sudani, ein enger Vertrauter Al-Sadrs zu der Gefangenen-Freilassung. Auf die Frage, ob die Entscheidung mit den Verhandlungen über Sadr City zu tun habe, anwortete Al-Chasradschi: „Die Amerikaner respektieren keine Vereinbarung oder gehen auf irgend etwas ein“. Der Richter war vor knapp einem Jahr verhaftet worden.

Auch in Falludscha führt die irakische Regierung mit Vertretern der Aufständischen Verhandlungen über eine Waffenruhe. Der Chefunterhändler der Sunniten sprach von Fortschritten: „Die Gespräche mit der irakischen Regierung und der US-Armee haben ein vielversprechendes Stadium erreicht und wir haben uns auf radikale Lösungen geeinigt“, sagte Scheich Chalid al-Dschumaili. Er nannte keine Einzelheiten. Über noch ausstehende, weniger zentrale Punkte werde am Samstag weiterverhandelt.

Die USA und die irakische Übergangsregierung betrachten die 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Stadt als wichtigsten Unterschlupf für Anhänger des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al-Sarkaui. Auf ihn haben die USA ein Kopfgeld von rund 20 Millionen Euro ausgesetzt.

Unweit Falludschas wurde bei einem Angriff auf einen Militär-Konvoi ein US-Soldat getötet und zwei verletzt. Bei einem weiteren Angriff in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Baidschi wurde ein US-Soldat getötet und dessen Übersetzer verletzt. In der irakischen Hauptstadt ereignete sich nahe dem Sitz der irakischen Übergangsregierung und der US-Botschaft Augenzeugen zufolge eine starke Explosion. Angaben über Verletzte und die Ursache der Detonation lagen zunächst nicht vor.

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