Schröder trifft Kwasniewski
Deutschland unterstützt polnischen OECD-Kandidaten

Beim Rennen um den Posten des neuen OECD-Generalsekretärs unterstützt Deutschland offiziell den polnischen Kandidaten Marek Belka. Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) hat Bundeskanzler Schröder dem polnischen Präsidenten Kwasniewski am Montag in Frankfurt/Oder eine entsprechende Zusage gegeben.

HB BERLIN. Dies bestätigte ein Regierungssprecher in Berlin auf Anfrage. Auch wenn eine Entscheidung über den neuen OECD-Generalsekretär erst im Dezember fallen dürfte, gilt die deutsche Unterstützung auch im Falle eines Regierungswechsel in Berlin als sehr wahrscheinlich. Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hat bereits angekündigt, dass sie die Kontakte zu den osteuropäischen EU-Partnern verstärken wolle.

Mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Marek Belka käme erstmals ein Pole an die Spitze einer wichtigen internationalen Organisation - was den zunehmenden Bedeutungsgewinn des EU-Staates demonstrieren würde. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist eines der wichtigsten Analyse- und Empfehlungs-Gremien der westlichen Industriestaaten. Die Organisation mit 30 Mitgliedern untersucht dabei vor allem wirtschafts- und bildungspolitische Fragen. Um die Nachfolge des derzeitigen Generalsekretärs Donald Johnston bewerben sich sechs Kandidaten.

Wenig Chancen eingeräumt werden dem französischen Kandidaten, dem früheren Wirtschafts- und Finanzminister Alain Madelin. Denn die Franzosen stellen mit Jean-Philippe Cotis bereits den OECD-Chefökonomen, zudem ist Pascal Lamy gerade zum WTO-Chef ernannt worden. Größtes Hindernis für Belka könnte der Druck einiger Mitgliedstaaten sein, erstmals einen Asiaten auf den OECD-Posten hieven zu wollen. Dafür hat sich auch Generalsekretär Johnston ausgesprochen, der sein Amt im Mai 2006 aufgibt. Tatsächlich haben Südkorea den früheren Handelsminister Seung-Soo und Japan die Wirtschaftsprofessorin Sawako Takeuchi ins Rennen geschickt. Weitere Kandidaten haben Mexiko und Australien nominiert.

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