Schröder wendet sich im Gespräch mit dem US-Präsidenten gegen Isolierung Teherans
Bush fordert harte Linie gegen die neuen Führung Irans

US-Präsident George W. Bush hat dazu aufgerufen, den Iran mit einer harten Linie vom Bau von Atomwaffen abzuhalten. „Wir brauchen eine fokussierte, einheitliche und von allen getragene Botschaft: Die Entwicklung von Kernwaffen durch den Iran ist inakzeptabel“, sagte Bush am Montag nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder im Weißen Haus.

WASHINGTON. Der Kanzler fügte mit Blick auf die Verhandlungen des Irans mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien: „Die Botschaft wird deutlich bleiben.“ Als ermutigendes Signal wertete Schröder, dass sich der künftige religiös-konservative Präsident Irans für eine Fortsetzung der Verhandlungen ausgesprochen habe.

Vor dem Treffen mit Bush hatte sich der Kanzler gegen eine Isolierung Teherans als Reaktion auf die Präsidentschaftswahl ausgesprochen. Er setze weiter auf eine friedliche Lösung des Konflikts um die iranischen Atompläne. Damit grenzte sich Schröder von Bush ab, der heftige Kritik an den Wahlen im Iran geübt und dem Regime die Entwicklung eines Kernwaffen-Programms unterstellt hatte. Der Kanzler forderte allerdings von dem neuen Präsidenten „nachvollziehbare Garantien“, dass sein Land keine Atombomben baue. Die Europäer würden dem Mullah-Regime bei den nächsten Gesprächen Ende Juli oder Anfang August ein „offensives Verhandlungsangebot“ machen. Man könne dem Iran auf der anderen Seite die friedliche Nutzung der Nuklearenergie nicht verbieten, so Schröder.

Bush hatte zuvor in scharfen Worten gerügt, dass bei den iranischen Wahlen keine Reform-Kandidaten zum Zuge gekommen seien. „Wir haben ein ernstes Problem mir dem Iran“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter gegenüber dem Handelsblatt. Für den Fall, dass Teheran die vorübergehend eingestellte Uran-Anreicherung wieder aufnehmen sollte, fordert die US-Regierung die Einschaltung des Uno-Sicherheitsrates. Auch Sanktionen dürften dann möglich sein. Schröder steht dieser Option allerdings skeptisch gegenüber. „Wenn wir über Sanktionen nachdenken, sollten es natürlich nicht solche sein, die uns mehr schädigen als den Iran“, betonte er mit Hinweis auf die derzeit hohen Ölpreise.

Bush würdigte die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte durch deutsche Experten als „wichtigen Beitrag“. Auf die Frage, ob er dem Kanzler im Wahlkampf Glück wünsche, antwortete der Präsident mit Hinweis auf ein texanisches Sprichwort: „Es ist nicht sein erstes Rodeo.“ Schröder sei ein „erfahrener Wahlkämpfer“.

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