Schröder wurde als erster deutscher Bundeskanzler zu der Gedenkfeier eingeladen
Schröder weist Kritik der Oppositon wegen D-Day zurück

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Kritik aus der Opposition zurückgewiesen, er gedenke bei den D-Day-Feiern in der Normandie nicht auch der gefallenen deutschen Soldaten. Der Vorwurf sei falsch, sagte Schröder am Freitag in Berlin.

HB BERLIN.

„Selbstverständlich werde ich auch der Deutschen unter den Toten gedenken.“ Er werde am Sonntag einen Soldatenfriedhof besuchen, auf dem Tote aus acht Nationen bestattet seien, darunter über 300 deutsche Gefallene. „Selbstverständlich, das war von vorne herein klar, wird es dort eine Gedenkminute des deutschen Bundeskanzlers geben.“Zugleich forderte Schröder die Opposition auf, das Gedenken zum 60. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie nicht zu parteipolitischen Zwecken zu missbrauchen. „Das ist zu wichtig und zu sensibel“, sagte er.

„Es gibt Dinge, die sollten von diesen Erwägungen freibleiben.“ Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, und der FDP-Verteidigungsexperte Günther Nolting, hatten Schröder vorgeworfen, er besuche in der Normandie keinen deutschen Soldatenfriedhof. Ramsauer sagte der „Bild“-Zeitung: „Wenn er an einem deutschen Soldatenfriedhof vorbeigeht, ohne einen Kranz niederzulegen, ist er für mich ein Anti-Patriot. Sein Vorgehen ist eine Beleidigung für die vielen Bundeswehrsoldaten, die diese Gräber pflegen, und für alle deutschen Kriegerwitwen.“ Auch Nolting sagte, Schröder solle auch einen deutschen Soldatenfriedhof besuchen.

Schröder wurde als erster deutscher Bundeskanzler zu der Gedenkfeier eingeladen, zu der am Sonntag neben dem gastgebenden französischen Präsidenten Jacques Chirac auch US-Präsident George W. Bush und Vertreter der anderen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs erwartet werden. Medienberichten zufolge wollte Schröder einen Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs in La Combe vermeiden, weil dort mehrere tausend Angehörige der Waffen-SS begraben liegen, darunter Teilnehmer an einem Massaker in Frankreich.

Die Sensibilität des Themas war besonders 1985 deutlich geworden, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) mit US-Präsident Ronald Reagan einen Soldatenfriedhof in Bitburg besuchte, auf dem auch Angehörige der Waffen-SS begraben sind. Der Besuch hatte damals internationale Proteste ausgelöst, unter anderem von jüdischen Gruppen.

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