TOKIO. Das geht aus der mittel- bis langfristigen Wachstumsstrategie hervor, die Premier Naoto Kan erst 10 Tage nach seiner Amtsübernahme heute vorgelegt hat. Nach dem 113 Seiten starken Papier für die Zeit bis 2020 wird die derzeit bei rund 40 Prozent liegende Steuerbelastung auf rund 25 Prozent gedrückt. Der Schritt soll spätestens im nächsten Jahr erfolgen.
Gleichzeitig soll durch zusätzliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur eine Gesamtnachfrage im Wert von 123 Billionen Yen geschaffen werden. In Sachen Arbeitsmarkt hat sich das Kabinett vorgenommen, so schnell wie möglich fünf Millionen neue Jobs zu schaffen und so die momentane Arbeitslosenrate von fünf Prozent auf unter vier zu drücken. Der Plan soll insgesamt in der nächsten Dekade ein reales Wachstum von 2 Prozent kreieren. Zudem sollen die seit Monaten fallenden Preise langfristig wieder steigen, die Regierung gibt dafür eine Zeitspanne bis März 2012 vor.
Japan leidet zurzeit unter Deflation und einer immensen Schuldenlast von nahezu 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der neue Premier Kan (63) hat nach seinem Amtsantritt versprochen, eine strikte und konsequente Finanzpolitik betreiben zu wollen.
Geplant ist außerdem, die Verbrauchsteuer von derzeit niedrigen fünf Prozent anzuheben. Dazu will Kan, zugleich Führer der Demokratischen Partei Japans (DPJ), in überparteiliche Gespräche auch mit den Liberaldemokraten gehen, die eine Heraufsetzung auf 10 Prozent fordern. Es wird allerdings nicht erwartet, dass eine Entscheidung über diese äußerst sensible Steuererhöhung noch vor den Oberhauswahlen Mitte Juli fällt.
"Japan leidet zurzeit (!) unter Deflation..."
konkret
"Seit zwei Jahrzehnten hat die Deflation Japan fest im Griff."
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