Schüsse gehörten zum "üblichen Prozedere"
Tod von Calipari im Irak bleibt ungesühnt

Es werde keine Disziplinarmaßnahmen gegen die Soldaten geben, die den italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipari erschossen haben, sagte am Montag ein Armeesprecher, der nicht genannt werden wollte. Laut einer US-amerikanischen Militäruntersuchung sei ihnen kein Fehlverhalten vorzuwerfen

HB WASHINGTON. US-Fernsehsender berichteten am Montag unter Berufung auf hohe Pentagon-Beamte, nach der Freilassung der entführten Journalistin Giuliana Sgrena hätten die Italiener ihre Fahrt zum Flughafen offenbar nicht mit dem US-Kontrollpunkt koordiniert. „Die Soldaten haben sich nur an die üblichen Prozeduren an solchen Kontrollpunkten gehalten“, sagte der Armeevertreter. Sie hätten ihre Pflichten nicht verletzt. Es sei schrecklich, was dort geschehen sei, aber angesichts des Klimas und der Sicherheitslage dort müssten die Vorschriften genau eingehalten.

Der Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari war am 4. März von US-Soldaten erschossen worden, als er die Journalistin Giuliana Sgrena nach ihrer Befreiung aus einmonatiger Geiselhaft zum Flughafen bringen wollen. Die Soldaten hatten das Feuer auf das Auto der Italiener eröffnet. Der 52-jährige Calipari starb in den Armen von Sgrena, die zusammen mit einem weiteren Beamten verletzt wurde.

Nach dem Vorfall hatte Sgrena behauptet, dass die Soldaten grundlos und ohne Vorwarnung das Feuer auf ihren Wagen eröffnet hätten. Außerdem wollte sie nicht ausschließen, dass ganz bewusst auf sie geschossen worden sei.

Der Vorfall löste in Italien große Empörung aus, die den engen Bush-Verbündeten, Ministerpräsident Silvio Berlusconi, unter Druck setzte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%