Schüsse in Ankara
Türkischer Polizist erschießt russischen Botschafter

In Ankara kam es zu einem Anschlag auf den russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, durch einen Polizisten. Der Diplomat erlag seinen Schussverletzungen. Politiker aus aller Welt zeigen sich besorgt.
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Ankara, Istanbul, Moskau, BerlinDer russische Botschafter in der Türkei ist bei einem Anschlag in der Hauptstadt Ankara getötet worden. Andrej Karlow sei seinen Verletzungen erlegen, teilte das Außenministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Ein Angreifer hatte am Montagabend bei der Eröffnung einer Ausstellung in einer Galerie auf den Diplomaten geschossen. Auf Videos vom Anschlag ist zu sehen, wie der Attentäter immer wieder „Allahu Akbar“ – Gott ist groß – ruft, nachdem Karlow zusammengebrochen ist und leblos auf dem Boden liegt.

Der Angreifer war anschließend von Spezialkräften getötet worden. Bei dem Attentäter handelte es sich nach Angaben des türkischen Innenministeriums um einen 22-jährigen Polizisten. Es werde untersucht, welche Verbindungen der Attentäter gehabt habe.

Türkei nimmt Angehörige des Attentäters fest

Einem Medienbericht zufolge wurden noch am Montagabend zwei Familienangehörige des getöteten Angreifers festgenommen. Es handele sich um die Mutter und Schwester des Attentäters, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Das Haus der Familie in Söke in der westtürkischen Provinz Aydin sei von der Polizei durchsucht worden.

Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf Augenzeugen, ein bewaffneter Mann sei in die Galerie eingedrungen, wo eine Ausstellung zum Thema „Russland, wie es von den Türken gesehen wird“ eröffnet worden sei. Der Attentäter habe auf den 62-jährigen Diplomaten geschossen, als dieser seine Ansprache beendet habe.

Auf Videos ist zu sehen und hören, wie der Attentäter immer wieder „Allahu Akbar“ - Gott ist groß - ruft, nachdem Karlow zusammengebrochen ist. Der Attentäter ruft auf Türkisch außerdem „Vergesst nicht Aleppo“ und „Vergesst nicht Syrien“, während er neben dem leblos auf dem Boden liegenden 62-Jährigen herumläuft. Wer für die Grausamkeiten verantwortlich sei, werde bezahlen.

An diesem Dienstag wollen die Außenminister der Türkei, Russlands und des Irans in Moskau über den Syrien-Konflikt beraten. Der Zwischenfall könnte ein Rückschlag für die bilateralen Beziehungen sein. Ankara und Moskau hatten sich zuletzt wieder deutlich angenähert, nach einer schweren Krise 2015.

Damals hatte die Türkei einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen, der Kreml verhängte Sanktionen.

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  • Ich bin der Meinung: Frau Merkels persönlicher Krieg mit Russland ist hier mitschuldig. Sie unterstützt immer noch gewissenlos den Islam=Tötet Andersgläubige.

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