Schulden-Dilemma
Top-Ökonom skizziert Lösung für Griechenland

Einen einfachen Weg zur Lösung der Griechenland-Krise gibt es nach Überzeugung von Ifo-Chef Sinn nicht. Nur wenn Athen sein "echtes" Problem bewältigt, sei eine Rettung möglich.
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Deutschlands führender Ökonom Hans-Werner Sinn bestreitet, das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro gefordert zu haben: „Ich habe den Austritt nicht empfohlen, es gibt keinen einfachen, befriedigenden Weg zur Lösung der griechischen Probleme und ich empfehle auch keinen“, sagte Sinn bei einer Rede in der Berliner Humboldt-Universität. Sinn legte Wert darauf, dass er „nie zu den Euro-Skeptikern“ gehört habe - eine Enttäuschung für alle Euro-Gegner, die den Chef des Ifo-Instituts gerne zu ihrem Kronzeugen machen würden.

Für Sinn ist der Euro mehr als nur eine Währung: „Er ist Teil der europäischen Friedensordnung.“ Er wolle ihn keinesfalls zur Disposition stellen. Sinn geht noch einen Schritt weiter: „Der Euro kann ein optimaler Währungsraum werden.“ Er hält es für möglich, dass sich die Probleme, die wir derzeit erleben, „zurechtrütteln.“

Sinn ist einer der einflussreichsten deutschen Ökonomen, sein Wort hat auch in der Regierung Gewicht. Wenige Tage nach dem "Geheimtreffen" in Luxemburg, kurz vor einer vielleicht entscheidenden Tagung der EU-Finanzminister Anfang nächster Woche und inmitten überbordender Gerüchte über eine bevorstehende griechische Staatspleite versuchte Sinn, mehr Klarheit in die Debatte zu bringen. Die Schwierigkeiten Griechenlands sieht Sinn nicht so sehr in der hohen Verschuldung, die aktuell heftig debattiert wird: „Die kann man ihnen zur Not erlassen, das echte Problem sind die Leistungsbilanzdefizite.“ Dahinter steckt die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Mittelmeeranrainers. Ähnliche Schwierigkeiten hätten auch Portugal, Irland und Spanien, doch spiele Spanien wegen seiner wesentlich niedrigeren Staatsschuld – bezogen aufs BIP deutlich niedriger als die deutsche – in einer anderen Liga und sei nicht akut in Gefahr.

Der Chef des Ifo-Instituts sieht drei Möglichkeiten, mit hohen Leistungsbilanzdefiziten umzugehen: dauernde Transferleistungen der Partnerländer, die er aber politisch für unmöglich hält, den Austritt aus dem Euro und anschließende Abwertung der Landeswährung oder die interne Abwertung, also niedrigere Löhne und Preise, die dem Land zu höherer kostenmäßiger Konkurrenzfähigkeit verhelfen würden.

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  • Länder wie Finnland sind bald weg oder keine Geberländer mehr. Deutschland wollte die Fehlkonstruktion "Euro" nicht, wurde aber als Preis für die Wiedervereinigung in den Euro durch Erpressung gezwungen. Das ist eine geschichtliche Tatsache!

    Niemand in Deutschland wollte den "Euro". Aber es wurde auch niemand gefragt! Ich bin für einen Volksentscheid, ob Deutschland aus dem Euro aussteigt oder bleibt!


  • Griechenland braucht gar nicht aus dem Euro auszutreten. Aber vielleicht kommen Geberländer auf diese Idee.

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