Schuldenabbau 2011 Spaniens Defizit ist größer als erwartet

Die Neuverschuldung Spaniens hat im vergangenen Jahr 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Das Ziel ist somit weit verfehlt. Das Land hatte sich verpflichtet, das Defizit auf 6,0 Prozent zu reduzieren.
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Spanien hat sein Ziel beim Abbau des Haushaltsdefizits 2011 weit verfehlt. Quelle: Reuters

Spanien hat sein Ziel beim Abbau des Haushaltsdefizits 2011 weit verfehlt.

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MadridIm Kampf gegen die Schuldenkrise hat Spanien sein Ziel beim Abbau des Haushaltsdefizits 2011 weit verfehlt. Die Neuverschuldung des Staates habe im vergangenen Jahr 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, teilte Finanzminister Cristóbal Montoro am Montag in Madrid mit. Spanien hatte sich bei der Europäischen Union dazu verpflichtet, das Defizit auf 6,0 Prozent zu reduzieren.

Die Höhe der Neuverschuldung übertraf die schlimmsten Erwartungen. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zuletzt in ihren Prognosen von einem Wert von knapp über 8,0 Prozent gesprochen. Bei einem Defizit von 8,51 Prozent gilt es als praktisch unmöglich, dass Spanien in diesem Jahr das gesetzte Ziel einer Senkung der Neuverschuldung auf 4,4 Prozent erreicht.

Madrid hatte die EU-Kommission darum gebeten, für 2012 ein höheres Defizit zuzulassen. Die Spanier wiesen dabei darauf hin, dass das Land in diesem Jahr vor einer wirtschaftlichen Rezession stehe, die bei der Festlegung der Defizitgrenze nicht erwartet worden war. Brüssel zeigte der Rajoy-Regierung jedoch die kalte Schulter.

Die Verantwortung dafür, dass Spanien die gesetzte Grenze bei der Neuverschuldung so weit überschritt, lag offenbar nicht allein bei der vorigen Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. Nach Angaben des Finanzministers ging das hohe Defizit vor allem darauf zurück, dass die einzelnen Regionen ihre Neuverschuldung auf mehr als das Doppelte des zugelassenen Werts hochschraubten.

Statt der erlaubten 1,30 Prozent des BIP erhöhten die Regionen ihr Defizit auf 2,94 Prozent. Ein großer Teil der Regionen wird von den Konservativen regiert. Der spanische Zentralstaat überschritt seine Defizitgrenze nur um 0,3 Prozentpunkte. „Wir machen keine bestimmte Instanz des Staates für die Neuverschuldung verantwortlich“, sagte Montoro. „Spanien als Ganzes hat das Limit überschritten.“

  • dpa
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  • @ MarkusZZ

    Soll'n s'e doch verhungern - schließlich hab'n s'e auch jahrelang auf der Knochenarbeit anderer in Saus und Braus gelebt. Nicht zu vergessen die dazugehörigen unverschämten Besserwisser - ja, schon Herrenmenschensprüche.
    Zeit ist Geld. Also ist Geld Zeit - nämlich Lebenszeit. Also sind Schulden gepumpte Lebenszeit. Also: ZAHLEN.

  • Genau so sehe ich das auch - hab mich dort auch bereits eingetragen.

  • Bei einer Arbeitslosenquote von 20 % braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese Vorgaben nicht eingehalten werden können.

    Wenn diese Länder dauerhaft in der Euro-Zone mit einer für ihre Wettbewerbsfähigkeit zu starken Währung bleiben, benötigen diese dauerhaft Zahlungen von den Ländern aus Kerneuropa, wenn man verhindern möchte, dass die Menschen dort hungern oder Revolten ausbrechen.
    Das ist leider eine Tatsache, die die politisch Verantwortlichen gerne verheimlichen.
    Vg

  • Wie man in diesen Chaos was sehen kann?

    - einfach mal einen Blick auf das Handelsbilanzdefizit werfen, dann ist auch schnell klar, daß es wohl weniger eine Frage der Partei, sondern des per Immobilienblase realisierten Konsum-auf-Pump ist...

    ... easy credit, spoiled dream.

    Die Situation in Spanien ist kaum besser als jene in Griechenland - nur ist die Sprengkraft aufgrund des Volumens wesentlich größer...

  • Das Land, die Regionen, Städte und Dörfer wurden Jahrzehnte von der Sozialistischen Partei regiert. Seit einige Monate finden neue Regierungen überall und ständig neue offene Rechnungen. Die neue Regierende sind überfordert. Sie wissen nicht, wie viel Geld noch fehlt. Wie kann man in diesen Chaos was sehen?

  • In Spanien fehlt das Geld, das bis 2007 das BIP mit sehr viel ungesicherten Krediten auf das Nominalpreisniveau gebracht hat, das heute das Defizit erfordert, weil sich weder die seit Jahren über dem Deflator der EZB liegenden Preise noch die auf diese Preise angepassten Löhne nach unten angepasst haben. Dafür zeugen nun Bauruinen im Land und Zombibanken mit unabgeschrieben Aktiva von dem, was man eigentlich ohne Defizit hätte - ein wesentlich tieferes Wohlstandsniveau, das kurzfristig nicht mehr zu haben sein wird, spätestens dann, wenn Spanien sein Defizit nicht mehr finanziert bekommt und dann zu Griechenland geworden sein wird. Dazu benötigt Spanien auch keine "Ansteckung" von den Problemen Griechenlands und keinen ESM. Bezeichnend, dass ausgerechnet heute die Kanzlerin auf die Reformen in Italien und Spanien als Ursache der Marktberuhigung hingewiesen hat, obwohl es nachweislich die Tricksereien gerade Spaniens und Italiens mit ihren Banken (beleihen ihre staatlich garantierten eigenen Anleihen, um das EZB Geld an den Staat gleich weiter zu geben) im Zusammenhang mit den 3 Monatstendern der EZB ist, was die Zinsen auf dem für beide Staaten viel zu niedrigen Niveau gehalten hat. Das ist der Preis des EUROs für Spanien.

  • Verhindern wir endlich den Billionen-Rettungswahn! Wie?
    Auf die Seite www.buendnis-buergerwille.de klicken und an der Unterschriftenaktion
    gegen den Rettungswahn teilnehmen!
    Ich will und werde ein gutes Gewissen gegenüber den kommenden Generationen haben und nicht einfach bei diesem organisierten fiskalpolitischen Wahnsinn untätig zuschauen!
    Wir müssen (!) es über die Unterschriftenaktion unterstützen. Zusätzlich muss eine kraftvolle
    Demo her, und zwar in Berlin!!

  • In zwei , drei Monaten wird man sehen, dass auch Super-Monti's Italien ähnlich dasteht. Von Portugals Kollaps ganz zu schweigen.
    Und kaum einer unserer sog. Volksvertreter hat nen Arsch in der Hose!

  • Wann bietet Spanien den Gläubigern deren Enteignung an? Griechenland hat's doch beispielhaft vorgemacht.

  • Das Defizit in Spanien war noch im Sept. 2011 auf 4,4% des BIP geplant und Brüssel zugesagt. Im Nov. wurden 6,0% für 2011 nach Brüssel versprochen. Mit 8,5% hat man die Planungen nur um 100% übertroffen. In 2012 hat man wieder rosige Zahlen für das BIP eingesetzt, die in Anbetracht der wirtschaftlichen Misere nie, nie, nie erreicht werden können. Es werden wieder 8-9% des BIP, weil auch keine Sparbemühungen bei der sozialen Misere umsetzbar sind. Wir bauen einen Euro auf Träumer aus Brüssel, den Groß-Defizitländern und unseren Träumern aus Deutschland, die in 2012 dann sich dann noch vom Einbruch der Konjuktur überrascht zeigen werden. In 2013 gibt es dann die fällig Korrektur von Deutschland durch die bösen Ratingagenturen. Der Begriff "was nicht sein soll wird nicht sein" gilt nur für Politiker aber nicht für die Wirtschaftwissenschaft.

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