Schuldendrama in Athen
Griechenland-Rettung – Klappe, die nächste

Für Griechenland läuft die Zeit ab – wieder einmal. Athen muss diese Woche eine fällige IWF-Rate zurückzahlen. Droht bei einem Zahlungsausfall die Pleite oder würde die Hängepartie mit den Geldgebern weitergehen?
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BerlinIm griechischen Schuldendrama beginnt der nächste Akt: Bis zum 19. Juni muss Griechenland 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Die erste Tranche von 300 Millionen Euro ist schon am kommenden Freitag fällig – und niemand weiß, ob der Mittelmeer-Anrainer dieses Geld hat.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wollen am heutigen Montag bei einem Treffen in Berlin nach einem Ausweg aus der griechischen Schuldenkrise suchen. Griechenland sei zwar offiziell nicht Kern der Berliner Gespräche, es würde ihn aber wundern, wenn es das nicht würde, sagte Juncker in einem Interview.

Führende Ökonomen in Deutschland glauben indes nicht, dass ein Zahlungsverzug gegenüber dem IWF zwangsläufig auf ein Ende Griechenlands in der Euro-Zone hinauslaufen würde. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, gab zu bedenken, dass Griechenland seinen IWF-Kredit mit sogenannten Sonderziehungsrechten zahlen wolle. Das sind kurzfristige Kredite in einer IWF-Weltwährung. „Wenn der IWF das mitmacht, kann das Land die Illusion der Zahlungsfähigkeit derweil aufrechterhalten“, sagte Sinn dem Handelsblatt.

Falls nicht, müssten die Ratingagenturen dann wohl den Default, die Staatspleite, erklären. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei dann gezwungen, die ELA-Notkredite  („Emergency Liquidity Assistance“; Aktuelles Ela-Volumen: 80,2 Milliarden Euro) an griechische Banken zu stoppen, was wiederum bedeuten würde, dass das Land seine keine neuen T-Bills ausgeben könnte, um seine Bediensteten zu bezahlen. „Das Ende des Trauerspiels rückt näher“, ist der Ifo-Chef sicher.

Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, verweist auf die gegenwärtigen, noch günstigen Umstände für Griechenland, die das Land wohl noch vor dem Komplettabsturz bewahren dürften. Zwar befinde sich Griechenland „im freien Fall“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt. Doch: „Niemand will als erstes die Reißleine ziehen und so möglichst viel Verantwortung vermeiden.“

So habe der IWF bereits einer verzögerten Rückzahlung griechischer Kredite zugestimmt. Die Ratingagenturen hätten zudem versprochen, Griechenland durch eine Verzögerung von Kreditzahlungen nicht als insolvent einzustufen. Die EZB gebe überdies immer mehr Notfallkredite an „faktisch insolvente“ griechische Banken. Und die europäischen Finanzminister ließen sich auf eine ständige Verzögerung ein. Hinzu komme, so Fratzscher, dass die griechische Regierung als Hauptverantwortlicher behaupte, ihr seien die Hände durch den Willen der griechischen Bevölkerung gebunden.

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  • Da haben Sie recht Herr Schmitz! Mir fällt aber auf, dass wir nur noch über "Auslands-Probleme" zu lesen bekommen. Können wir nicht mal verstärkt über die Probleme unseres eigenen Landes lesen, diskutieren und hier Lösungen suchen? z. B. die verfallende Infrastruktur, Altersarmut, die 400.000 Haushalte denen jährlich der Strom abgestellt wird (weil die ihren Strom nicht mehr bezahlen können), immer mehr "prekäre" Jobs die Hartz IV´-Aufstockung erfordern.......oder soll Griechenland, Ukraine, "Boat-People" etc. von unseren eigenen Problemen "lediglich" ablenken??

  • Der Geldtransfer der Bundesbürger ist am Ende. Gebracht haben die Hilfsmaßnahmen der Politiker nichts. Fachleute haben auch nichts Anderes erwartet.

    Aus griechischer sicht ist es daher völlig unverständlich, weshalb jetzt nicht weiteres Geld fließen soll. Dabei muss man bedenken, dass bei den griechischen Bürgern soviel "wie nichts" ankommt.

    Wo geht das Geld also hin, wenn es nicht bei den Bürgern ankommt und die Politiker sich ereifern, die nächsten Milliarden "nach Griechenland" zu zahlen. Der Verdacht muss sich erhärten, dass die Steuereinnahmen des Staates lediglich die Funktion einer riesigen Geldwaschanlage haben.

    Dieser Geldwaschanlage bedienen sich die Politiker u.a. in Form von Diäten und Pensionen.

  • Faktisch werde ich als deutscher Steuerzahler gezwungen, mittels meiner Steuern über ELA und andere Hilfskredite eine Regierung, nämlich die in Griechenland, zu finanzieren, die ich nie gewählt habe und deren Politik ich nicht beeinflussen kann.

    In dieser Sache waren die amerikanischen Unabhängigkeitskämpfer vor 200 Jahren schon weiter: "No taxation without representation!" war die Losung, die zum Krieg mit England und zur Unabhängigkeit der USA führte.

    Krieg wollen wir sicher nicht. Aber zahlen für eine Regierung, die jegliche Reformen und verantwortliche Politik für ihren Staat ablehnt, will ich auf keinen Fall.

    Macht endlich Schluss mit den "Rettungsgeldern". Diese den Rechtsstaat verhöhnende Konkursverschleppung mit allen zugehörigen Vertragsbrüchen dient nur noch der Rettung unserer Berliner "alternativlos"-Politiker, die das Eingeständnis des Scheiterns so weit wie möglich hinausschieben wollen. Für Griechenland wäre die Pleite heilsamer als diese Dauerkrise. Lasst den IWF alleine die Reformen diktieren - weg mit Juncker und den ganzen Rettungsbeseelten. Die radikalen IWF-Reformen haben den Ländern in der Asienkrise geholfen. Nach kurzer Leidenszeit waren die ungleich schneller wieder auf den Beinen als jetzt Griechenland. Dieses Hinschleppen ist keine Politik, es schadet allen und löst kein einziges Problem. Es ist einfach nur furchtbar falsch.

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