Schuldendrama in Athen: Söder hält Griechen-Bankrott für unvermeidlich

Schuldendrama in Athen
Söder hält Griechen-Bankrott für unvermeidlich

In Griechenland streiten Regierung, Opposition und Gläubiger weiter über den Schuldenschnitt. Bayerns Finanzminister Söder hat die Hoffnung bereits aufgegeben – und legt Athen den Euro-Austritt nahe.
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München/AthenBayerns Finanzminister Markus Söder glaubt nicht mehr an eine Rettung Griechenlands. Er sehe nicht, dass die geforderten Reformen noch umgesetzt werden könnten, sagte der CSU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Zum Teil vermisse er bei der Regierung in Athen auch den Willen dazu. Aus seiner Sicht sei eine geordnete Insolvenz für alle Beteiligten besser als immer neue Finanzhilfen.

Er sehe durchaus, dass ein Austritt Athens aus der Euro-Zone auch für andere Staaten Probleme bringen könne, allerdings „nicht in der Dramatik“ wie viel glaubten, sagte Söder. Griechenland sei „eine absolute Ausnahme“ und „mit Abstand das schwierigste Land“ unter den Schuldenstaaten. Im Gegensatz etwa zu Italien, sei in Griechenland in einem Jahr in Sachen Reformen „de facto nichts passiert“.

Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos setzte in der Nacht zu Montag die Gespräche mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über die von dem Gremium geforderten Einschnitte fort. Zuvor hatten sich Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos bereits getrennt mit Vertretern des privaten Bankensektors getroffen, um über die Einzelheiten eines Schuldenschnitts für Griechenland zu verhandeln.

Heute will Papademos die Gespräche mit seinen Koalitionspartnern über Sparmaßnahmen wieder aufnehmen. Die Verhandlungspartner stehen unter hohem Druck der Kreditgeber: Bis zum Mittag müssen die Koalitionsparteien mitteilen, ob sie die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptierten, sagte ein Sprecher der sozialistischen Pasok-Partei. Dann wäre es zeitlich noch möglich, dass die Euro-Arbeitsgruppe in Brüssel über die Absichtserklärung beraten könne.

Die Vertreter von EU, EZB und IWF fordern weiterhin einen massiven Stellenabbau im öffentlichen Dienst und eine Senkung des Mindestlohns. Für Montagabend kündigten linksgerichtete Oppositionsgruppen zwei Kundgebungen in Athen gegen die Sparvorschläge an.

Sollte das zweite Rettungspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro nicht zustande kommen, droht Griechenland im kommenden Monat die Zahlungsunfähigkeit. Am 20. März werden Staatsanleihen im Wert von 14,5 Milliarden Euro fällig, deren Refinanzierung Athen aus eigener Kraft nicht bewältigen kann.

Kommentare zu " Schuldendrama in Athen: Söder hält Griechen-Bankrott für unvermeidlich"

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  • Puk ist, wie seine Beiträge seit langem zeigen, einer der Lobbyistenschreiberlinge, die engagiert werden, um das öffentliche Täuschungsmanöver mit weiteren Verwirrspielen zu verlängern. Tretet die griechischen Oligarchen und ihre Hintermänner in die Tonne, je schneller, desto besser!

  • @puk
    Können Sie diese Aussage den auch belegen?
    Wann, über welchen Zeitraum und von wem hat Deutschland die 164 Mrd. Euro erhalten?.
    Wenn dem so wäre, bräuchte Deutschland wohl keine Neuschulden aufnehmen.
    Wenn kein Cent an Griechenland geflossen ist, wer bezahlt dann das erste 100 Mrd. Hilfspaket. Und glauben Sie wirklich, dass Griechenland jemals auch nur einen Cent davon wird zurückzahlen können? Es ist bisher kein Cent zturückgeflossen, die Zinsen wurden höchstens durch neue Hilfszahlungen ausgeglichen. Wenn man das natürlich als Zahlungseingang notiert, dann werden wir alle reich. Ganz nach dem Vorbild amerikanischer Banken.

  • Wieso? - Guter Journalismus zeichnet sich Meinung nach auch dadurch aus, über die bunte Palette vieler Meinungen zu berichten. Die Meinungen, die ein jeder heutzutage hat, ist ja nicht die eigentlich seinige.
    Zum Thema: Man kann der griechischen Bevölkerung keinen größeren Gefallen tun, als das Land in die Insolvenz gehen zu lassen. Gebt dem Land anschließend Kredite über 50 Milliarden Euro, zu 1,5 % auf fünf Jahre, ausschließlich für Bildung, Sozialhilfen, Investitionen(aber bitte nicht im öffentlichen Dienst!; außer bei der Finanzverwaltung). Dann noch einmal ein paar hundert Millionen (als Geschenk!!), zur Finanzierung der "berüchtigten" EU- Gesandten, die die griechische Administration bei den Zuteilungen der freien Gelder unterstützen. Schreibt sich einfach - wäre es bei der Umsetzung wahrscheinlich aber auch. Die Zahlen habe ich natürlich vollkommen aus dem Raum gegriffen,aber,ob es nun 50 Milliarden oder 67,88 Milliarden sein müssten, wäre kaum entscheidend. Wichtig ist doch nur, den Griechen eine Perspektive zu geben.

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