Schuldenerlass angestrebt
Blair und Bush zeigen Herz für Afrika

Die USA und Großbritannien wollen ein internationales Hilfspaket für Afrika schnüren. Das sagte US-Präsident George W. Bush am Dienstag nach einem Gespräch mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Washington.

HB WASHINGTON. Allerdings sollen nur denjenigen Ländern ein Schuldenerlass gewährt werden, die der Korruption den Kampf ansagten. „Ich sehe, dass wir eine fantastische Gelegenheit haben, vorausgesetzt die Länder treffen die richtigen Entscheidungen. Niemand will einem korrupten Land Geld geben, indem die Spitzenpolitiker das Geld nehmen und es sich in die eigene Tasche stecken“, sagte Bush. Der US-Präsident, der die weltweite Verbreitung von Freiheit und Demokratie zu Kernstücken seiner Außenpolitik gemacht hat, forderte außerdem den Aufbau demokratischer Institutionen und dynamischer Wirtschaften.

Blair hat als Gastgeber des kommenden G 8-Gipfels vom 6. bis 8. Juli in Gleneagles in Schottland den Schuldenerlass und eine massive Afrika-Hilfe zu zentralen Themen gemacht. Nach den Worten von Blair gibt es den gemeinsamen Wunsch, dem geplagten Kontinent aus Armut und Mangel herauszuhelfen. Er hoffe, dass die Finanzminister der G 8-Länder bei ihrem Treffen am Sonntag eine Lösung fänden, wie die Schulden vollständig erlassen und zugleich zusätzliche Fonds zur Verfügung gestellt werden könnten.

Für seinen Vorschlag, Afrika jährlich Hilfszahlungen von 50 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, erhielt der Premierminister aber nicht die Zustimmung Bushs. Der US-Präsident wehrte sich gegen den Vorwurf, die USA würden nicht genug für Afrika tun. „In den vergangenen vier Jahren haben wir unsere Hilfe für die südlich der Sahara gelegenen Länder verdreifacht. Damit stellen die USA ein Viertel aller Hilfsgelder für die Region“, sagte Bush. Blair wollte die Zahlungen mit langfristigen Verpflichtungen verbinden, die armen Ländern den Zugang zu den weltweiten Kapitalmärkten ermöglichen sollten.

Bush verpflichtete sich allerdings, 674 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien, Eritrea und anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Blair versprach 125 Millionen Dollar für Äthiopien. Die Gelder sollen innerhalb bestehender Budgets umgeschichtet werden.

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