Schuldenerlass gefrodert
Afrika will feste Sitze im UN-Sicherheitsrat

Zum Abschluss ihres Gipfeltreffens haben Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union am Dienstag zwei ständige und fünf nicht-ständige Sitze für Afrika im UN-Sicherheitsrat gefordert.

HB SIRTE/NAIROBI. Die In einem Abschlusskommuniqué nach den zweitägigen Beratungen forderten sie zudem die Führer der sieben führenden Industrieländer und Russlands auf, beim G8-Gipfel im schottischen Gleneagles einen vollständigen Schuldenerlass für Afrika zu beschließen. Dies gab AU-Sprecher Adam Tiam am Abend am Tagungsortim libyschen Sirte bekannt.

Die afrikanischen Staaten haben insgesamt etwa 350 Mrd. Dollar Schulden. Die Finanzminister der wichtigsten Industriestaaten hatten sich im Vorfeld des am Mittwoch beginnenden G8-Gipfels in Schottland bereits auf einen Erlass in Höhe von 40 Mrd. Dollar geeinigt, von dem auch 14 afrikanische Staaten profitieren sollten. In ihrem Schlusskommuniqué vom Dienstag riefen die afrikanischen Staats- und Regierungschefs die Industrieländer ferner auf, Subventionen für die Landwirtschaft abzuschaffen und bessere Bedingungen für den Handel mit den Entwicklungsländern einzuführen.

Zuvor hatte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi bei dem Gipfeltreffen erklärt, seine Regierung werde den afrikanischen Staaten in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Hilfsgelder in Höhe von fünf Mill. $ zukommen lassen. Das Geld solle vornehmlich im Bereich Gesundheit verwendet werden. Vorrang habe dabei die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids.

Für die beiden von der AU verlangten afrikanischen Sitze im Sicherheitsrat gibt es mindestens acht Bewerber, unter ihnen Südafrika, Nigeria, Kenia und Senegal. Die afrikanischen Staats- und Regierungschefs konnten sich jedoch auch nach Beratungen hinter verschlossenen Türen am Dienstagabend nicht auf zwei Favoriten einigen.

Am Vortag hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan betont, dass Afrika durchaus in der Lage sei, die so genannten Millenniums-Ziele zu erreichen, die unter anderem die Halbierung der Armut vorsehen. „Wenn die globale Partnerschaft endlich funktioniert, kann Afrika es schaffen. Wir brauchen keine neuen Versprechungen, es reicht, wenn die alten gehalten werden“, fügte er hinzu.

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