Schuldenerlass
Kuba kurz vor Einigung mit Gläubigerstaaten

Viele Gläubigerstaaten Kubas sind bereit, dem Inselstaat im Zuge einer Umstrukturierung Schulden zu erlassen. Dahinter steckt das Interesse, dass Havanna es ausländischen Firmen erleichtert, in Kuba Fuß zu fassen.

HavannaKuba steht nach Angaben aus Diplomatenkreisen kurz vor einer Einigung mit Gläubigerstaaten des Pariser Clubs über eine Entlastung in Milliardenhöhe. Von den ausstehenden Zahlungen über 16 Milliarden Dollar dürften dem Inselstaat elf Milliarden im Zuge einer Umstrukturierung erlassen werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von den Insidern.

„Bei den Verhandlungen geht es jetzt mehr darum, wie viel Zeit sie für die Rückzahlung erhalten und wie viel vom Geld wieder in Kuba investiert wird“, verlautete aus den Kreisen. Das nächste Treffen sei im Laufe der Woche geplant. Vorausgegangen seien informelle Gespräche über zwei Jahre. Kuba nahm zu den Angaben nicht Stellung.

Im Pariser Club sind verschiedene Gläubigerstaaten zusammengeschlossen, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Viele Geldgeber sind bereit zu einer gewissen Flexibilität im Umgang mit der Regierung in Havanna, um sich im Zuge der Liberalisierung der kubanischen Wirtschaft eine gute Ausgangsposition zu sichern.

„Unsere Firmen wollen, dass wir das hinter uns bringen, damit sie sich eine Finanzierung für ihre Investitionen sichern können“, sagte ein europäischer Diplomat. „Sie wollen hier sein, bevor die Amerikaner das Embargo aufheben.“

Kubas Auslandsschulden wurden Ende des vergangenen Jahres von Analysten auf 26 Milliarden Dollar geschätzt. Präsident Raul Castro hat seit seinem Amtsantritt 2008 eine Wiederherstellung des finanziellen Rufs der Insel zu einer Priorität erklärt. In den vergangenen vier Jahren hat die Regierung in Havanna Umschuldungen mit Japan, Mexiko, Russland und China vereinbart.

Vor einem Jahr hatten Castro und sein US-Kollege Barack Obama zudem eine Normalisierung der Beziehungen gestartet. Die Verhandlungen des Pariser Clubs werden von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus 15 Staaten geführt, zu denen die USA nicht gehören.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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